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Luftfahrt

AUA-Chef von Hoensbroech geht von Bord

Alexis von Hoensbroech leitete die AUA in der schwersten Krise ihres Bestehens aufgrund der Corona-Pandemie.Die Presse/Clemens Fabry
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Der Vorstandsvorsitzende der zur Lufthansa gehörenden heimischen Fluglinie AUA geht zu Westjet-Airlines nach Kanada. Seine Nachfolgerin soll Lufthansa-Managerin Annette Mann werden.

Wien. Die 43-jährige Lufthansa-Managerin Annette Mann soll ab 1. März 2022 die Geschicke der AUA lenken. Das gab die zur Lufthansa gehörende heimische Fluglinie am Freitagnachmittag bekannt. Mann ist derzeit im gesamten Konzern für das Thema Corporate Responsibility und somit für eine Nachhaltigkeitsstrategie bei der Lufthansa verantwortlich.

Der Job, den sie übernehmen soll, wird frei, weil gleichzeitig auch bekannt gegeben wurde, dass der bisherige AUA-Chef Alexis von Hoensbroech nach dreieinhalb Jahren das Unternehmen und auch gleich den ganzen Lufthansa Konzern mit sofortiger Wirkung verlässt. Der Deutsche wechselt zur kanadischen Fluglinie Westjet-Airlines. Grund dafür soll sein, dass der 51-Jährige noch einmal eine neue Herausforderung außerhalb des Lufthansa-Konzerns suche. Da die deutsche Fluglinie eng mit Westjet-Konkurrent Air Canada kooperiert, sei der sofortige Abgang von der AUA-Spitze notwendig.

Sparen und die große Krise

Seine Zeit in Wien hat sich von Hoensbroech wohl auch geruhsamer vorgestellt. Als der Deutsche im August 2018 nach Wien geschickt wurde, lautete der Auftrag für den zuvor als Vertriebsvorstand bei der Lufthansa Frachtsparte tätigen Manager, eine neue Strategie für die AUA zu entwickeln. Zwar hatte die Fluglinie nach langen Sanierungsbemühungen endlich die Gewinnzone erreicht, aber der zunehmende Preiskampf mit neuen Billigfliegern in Wien setzte dem Unternehmen wieder zu.

Die erste große Maßnahme, die von Hoensbroech Anfang 2019 setzte, sorgte dann auch gleich für ziemliche Aufregung: So beschloss er, die Bundesländer-Basen aufzulösen und die Aktivitäten der AUA auf Wien zu beschränken. Im Herbst 2019 folgte dann ein Sparprogramm, laut dem jede zehnte Stelle wegfallen sollte.

Doch zur Umsetzung dieses Programms kam es gar nicht mehr, weil im Frühjahr 2020 die Corona-pandemie die AUA wie den Rest der globalen Luftfahrt heftig traf. Das Unternehmen konnte wochenlang gar nicht fliegen und wurde nur durch ein staatliches Hilfspaket im Ausmaß von 450 Mio. Euro (300 Mio. Euro als garantierte Kredite) vor der Insolvenz gerettet.