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Barocke Festtafel - Schaustück der Porzellanwelt auf der Leuchtenburg.
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Thüringen

Eine Burg voll weißem Gold

Von üppigen Festtafeln und fliegenden Wünschen erzählen die Porzellanwelten auf der Leuchtenburg in Thüringen. Sie zeigt Rekorde und eine einzigartige Sammlung.

Der Mischung noch etwas Kaolin zugeben, das sollte genügen. Die Waagschalen pendeln sich ein. Da drüben im Regal locken noch viele Zutaten, Eier, getrocknete Pilze und Lindenblüten, Fläschchen mit Ahorn und Calcium, Gläser mit Muscheln und Mohnsamen, es gäbe auch Eisen mit Flugrost, Reptilienunterkiefer und Sandstein, feinst gemahlen. Was nehmen?

Da, die Waage! Die Schalen bewegen sich wie von Geisterhand und kippen langsam in die Senkrechte. So rieseln alle Zutaten wieder aus den Waagschalen hinunter in die Holzgestelle. Also wieder von vorn: zum Feldspat den Quarz, dann eine halbe Handvoll Kaolin, auch Pfeifenerde, weiße Tonerde, Bolus Alba oder schlichtweg Porzellanerde genannt. Was bloß ist die richtige Mischung, um das weiße Gold herzustellen? „Hast du die Zutaten herausgefunden?“, fragt die Kreideschrift auf der Tafel im geheimnisvoll verdunkelten Alchimisten-Labor auf der Leuchtenburg. „Dann mahl sie in einer Mühle fein, vermisch alles mit Regenwasser, knete den Teig und lass ihn leicht faulen.“