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AUSTRIA; SCHLOSS SCHOENBRUNN - WEIHNACHTSMARKT
Wer sperrt wann auf?

Öffnungen: Das letzte, richtige Adventwochenende

Am Sonntag hat erstmals – und einmalig – der gesamte Handel geöffnet, am Montag öffnen in Wien die Gastronomie und Hotellerie. Zumindest die letzte Adventwoche ist so, wie wir sie von früher kennen.

Wien. Kurz vor Weihnachten wird dann doch alles so, wie wir es kennen. Die Einkaufsstraßen werden sich füllen – nicht an einem Feiertag (wie sonst am 8. Dezember), sondern diesmal an einem Sonntag –, die Restaurants haben wieder geöffnet (ab Montag auch in Wien), und es gibt die Aussicht auf ein Weihnachtsfest im Kreis der Familie. Wie lang diese Normalität hält, weiß bekanntlich keiner.

Es bleibt nur zu hoffen, dass Omikron nicht allzu schnell einen Strich durch die Rechnung macht und die Öffnungen wieder hinfällig werden. Bis dahin steht wohl bei den meisten das Weihnachtsfest im Vordergrund – und die Vorbereitungen darauf.

Wer sperrt wann auf, und was muss man an diesem Wochenende sonst noch wissen? Ein Überblick.

Handel

Es wird ein starkes Wochenende für den Handel, vermutlich sogar das stärkste des Jahres. 220.000 Wiener planen allein am Sonntag einkaufen zu gehen, schätzt die Wirtschaftskammer Wien (WKW), dazu kommen noch Kunden aus den Bundesländern.

Die – wie von Politik und Gewerkschaft betont wird – einmalige Ausnahme der Sonntagsöffnung gilt nur für die vom Lockdown betroffen gewesenen Geschäfte, sie dürfen von zehn bis 18 Uhr aufsperren. Supermärkte oder Drogerien bleiben Sonntag zu. Es gibt aber Ausnahmen in der Wiener Innenstadt, so hat der Meinl am Graben am Sonntag von zehn bis 18 Uhr geöffnet. Am Vortag gelten übrigens generell die traditionell verlängerten Öffnungszeiten für Adventsamstage, also von zehn bis 19 Uhr.

Wer am „Goldenen Sonntag“ wirklich aufsperren wird, sei unklar, heißt es bei der WKW. Es sei jedoch davon auszugehen, dass „so gut wie alle Geschäfte in der Innenstadt und auf den belebten Einkaufsstraßen“ dazu gehören werden, sagt eine Sprecherin.

Shoppen darf, wer geimpft oder genesen ist und eine FFP2-Maske trägt. Kontrolliert wird laut Handelsvertretern aber nicht an jedem Eingang. Dafür fehle das Personal, auch zusätzliche Securitys einzustellen sei für viele keine Option. Stattdessen wird auf Durchsagen, Hinweisschilder und Stichprobenkontrollen gesetzt.

Ausschließen könne man den 2-G-Check am Eingang aber nicht, so die Wirtschaftskammer. Mitunter müsse man mit kleineren Warteschlangen vor Geschäften rechnen. Denn vielen Händlern sei klar: „Je besser kontrolliert wird, desto unwahrscheinlicher ist ein Lockdown“, so die WKW-Sprecherin.

Und die Strafen, sollte man ohne 2-G-Nachweis beim Shoppen erwischt werden, sind empfindlich: bis zu 500 Euro für Kunden, 3600 Euro für Geschäftsinhaber.

Wer am Samstag oder Sonntag in Wien einkauft, kann sich die Rechnung aufheben und ab Montag unter wiener-weihnachtszuckerl.at einreichen. Bis zur Hälfte des Betrags (und maximal 100 Euro) wird mit etwas Glück – es wird Anfang Jänner verlost – in Gastro-Gutscheinen rückvergütet. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 16 Jahren, und es gelten nur Einkäufe aus Geschäften, die im Lockdown schließen mussten.

Verkehr

Es wird in der ganzen Stadt viel los sein, einer der größten Anziehungspunkte dürfte aber die Mariahilfer Straße werden. Die Stadt Wien hat deshalb für das gesamte Wochenende ein Fahrverbot für die Innere Mariahilfer Straße ausgesprochen. Weder Autos, Fahrräder noch E-Scooter dürfen benutzt werden, die einzige Querung der Inneren Mariahilfer Straße ist

über die Stumpergasse/Kaiserstraße möglich. Ab hier bis zum Getreidemarkt werden Begegnungs- sowie Ladezonen aufgehoben, außerdem gibt es Halte- und Parkverbote.

Querstraßen, die zur Mariahilfer Straße münden, werden zu Sackgassen, etwaige Einbahnen aufgehoben, sodass eine Umkehr möglich ist. Zufahrten zu den Parkgaragen werden durch die Betreiber im Umfeld der Mariahilfer Straße mit Hinweistafeln gekennzeichnet. Autofahrern wird empfohlen, großzügig auszuweichen.

Die Stadt rät aber ohnehin, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Einkaufen anzureisen. Die Wiener Linien haben angekündigt, die Intervalle aller U-Bahn-Linien sowohl am Samstag als auch am Sonntag zu erhöhen. Auch die Badner Bahn, die Fahrgäste sowohl in die Innenstadt als auch in die Shopping City Süd bringt, verdichtet am Sonntag ihre Intervalle zwischen neun und 19 Uhr.

Die Buslinie 13A wird am Wochenende geteilt, zwischen den Haltestellen Neubaugasse und Neubaugasse/Burggasse fährt zwischen neun und 19 Uhr kein Bus. Der geteilte 13A ist aber öfter unterwegs, ebenso die Buslinien 14A, 22A, 57A, 59A und 74A sowie die Straßenbahnlinien 43, 46 und 49. Am Sonntag werden zusätzlich die Linien 6, 9 sowie 24A und 34A verstärkt, 11B und 87A fahren anders als sonst auch am Sonntag.

Gastronomie

Die Wiener Gastronomen schmerzt es naturgemäß, dass sie am letzten Adventwochenende nicht öffnen dürfen.

Dass in Niederösterreich die Restaurants hingegen schon seit Freitag geöffnet haben und im Burgenland ohnehin schon seit knapp einer Woche, macht die Sache noch schwieriger. „Das ist für jeden einzelnen in der Branche eine katastrophale Situation“, sagt Markus Grießler, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Wien. Nachsatz: „Die Restaurants rund um Wien sind dafür gut besucht.“

Grießler hätte sich gewünscht, dass zumindest für den Osten Österreichs einheitliche Regeln gelten. „Wien ist keine Insel.“ Auf die Frage, wie es der Gastronomie derzeit gehe, meint er: „Es ist nicht so, dass das große Sterben begonnen hätte. Das hängt davon ab, wie das erste Quartal im neuen Jahr wird.“ Vergleichbar sei die Situation aber nicht mit jener vor einem Jahr, auch weil damals der Umsatzersatz mit 80 Prozent weit höher war. Und es sei auch nicht so leicht, einen Betrieb wieder hochzufahren und das Personal dazu zu finden, vor allem, wenn man eigentlich traditionell rund um die Weihnachtsfeiertage wieder schließt.

Hotels

Ähnlich wie die Gastronomie leidet auch die Wiener Hotellerie unter der aus ihrer Sicht verspäteten Öffnung am Montag – teilweise trifft es sie noch schlimmer, meint der Branchenvertreter. „In der Hotellerie sind die Auswirkungen langfristiger. Wer einen Wien-Urlaub stornieren musste, überlegt sich, ob er noch einmal in die Stadt kommt“, sagt Grießler. Daten zur Auslastung der Hotels gibt es derzeit keine. Gefühlt würde er aber sagen, dass kommende Woche vor allem Urlauber aus Österreich ebenso wie Gäste aus den Nachbarländern in der Stadt weilen. „Alles, was international ist, ist sehr schwierig.“ Etwa dann, wenn Gäste, die am Wochenende mit dem Flugzeug kommen, ein, zwei Nächte in Schwechat übernachten müssen, bevor ihr Zimmer in Wien bezogen werden kann. Viele Hotels wie auch Restaurants versuchen mit speziellen Weihnachts- und Silvesterangeboten das Geschäft anzukurbeln.

Adventmärkte

Die Weihnachtsmärkte haben bekanntlich schon länger geöffnet. Punsch, Glühwein und Speisen gibt es bisher nur to go – was dazu führte, dass die Besucher mit ihrem blauen Band (das man erst nach dem 2-G-Nachweis erhält) dann das Punschhäferl eben in der Hand halten müssen. Ab Montag dürfen mit der Öffnung der Gastronomie auch auf Weihnachtsmärkten wieder kleine Bistro-Tische aufgestellt werden, was die Konsumation wohl erleichtert.

Und so mancher Weihnachtsmarkt nimmt die Öffnung zum Anlass, Neues (oder Bewährtes) zu bieten. So bespielt etwa der Wintermarkt auf dem Riesenradplatz am Montag wieder seine Wintermarkt-Bühne unter dem Motto „Bühne frei für heimische Künstlerinnen und Künstler“ (für den abgesperrten Konzertbereich gelten die 2-G-plus-Regel und eine Registrierung). Am Montag steht Reggae und Pop von Sam Brisbe und Steam auf dem Programm, am Dienstag die Vienna Blues Company.


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