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Mein Samstag

Oje, oje, Weihnachten

Kekse backen: erledigt.
Kekse backen: erledigt.APA/BARBARA GINDL
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Das Kind fühlt sich dafür eigentlich schon zu alt (und macht es ganz vielleicht fast nur noch mir zuliebe), aber: In der Adventzeit werden die alten Weihnachtsgeschichten wieder und wieder gelesen, die wir schon immer – also so seit neun, zehn Jahren – saisonbedingt in dieser Zeit hervorholen.

Darunter eine, bei der wir über den Titel rätseln („Ein Christbaum in letzter Minute“), weil es eigentlich nur so am Rande um den Christbaumkauf geht. Viel treffender müsste die Geschichte „Die arme, gestresste Mama in der Adventzeit“ heißen, aber das klingt wahrscheinlich nur für arme, gestresste Mamas in der Adventzeit ansprechend, nicht für den Rest der Welt. Die Mutter im Buch, ich kann mich außerordentlich gut mit ihr identifizieren, ist nämlich ob der langen To-do-Liste ein bisschen Grinch-artig unterwegs und beginnt jede Woche mit dem Satz „Oje, oje. Nur noch vier/drei/zwei Wochen bis Weihnachten.“ So geht es mir meistens auch, die Zeit rast für mich weit über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit Richtung Heiliger Abend, während sie für das Kind überhaupt nicht vergehen will.

Die gestresste Kinderbuchmama begeht dann beinahe jenen Fehler, der mir auch schon passiert ist, nämlich: Zuerst groß putzen, ehe sie mit den Kindern Kekse backen, Seifen als Geschenke gießen und ein Lebkuchenhaus zusammenpicken will. Drei Tätigkeiten also, die die Wohnung direttissima wieder in einen enorm putzenswerten Zustand versetzen. Von diesem Fehler wird die Buch-Mutter aber von ihren Kindern abgehalten und erst einmal in die Badewanne geschickt. (Wie entspannend so ein Wannenbad ist, wenn draußen das Chaos herrscht, ist natürlich eine andere Frage.)

Auf meiner To-do-Liste konnte ich immerhin schon einiges abhaken: Fast alle Geschenke besorgt, Bratäpfel gemacht, Kekse gebacken (okay, das war das Kind mit der Oma). Alle mit der Frage genervt, ob eh schon die Brennpaste für das Fondue besorgt wurde (angeblich ja). In der Kolumne darüber geklagt, wie schnell die Tage bis Weihnachten vergehen: Erledigt. In diesem Sinne: Einen stressfreien vierten Advent!

E-Mails an: mirjam.marits@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2021)