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Hausmeister einer Geisterfabrik: Enrico Pavesi vor dem übertünchten Bugatti-Logo. Unser Wallfahrts-Tross: Bugatti EB 110 als GT (blau) und Supersport.
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Bugatti

Im Fort der Gallier: Die vergessene Fabrik von Campogalliano

Die Automarke Bugatti war tot und fast vergessen, als der Italiener Romano Artioli seinen Lebensplan umsetzte und dem großen Namen mit einem spektakulären Supercar neues Leben einhauchte. Die Fabrik, die dabei im Zentrum stand, wurde jedoch zum Schauplatz einer Niederlage – ehe sie sich auch nur warmlaufen konnte.

Nicht nur Autos, auch Fabriken können zu Klassikern werden – nur dass es ungleich schwieriger ist, sie wieder zum Laufen zu bringen, nachdem sie lang stillgestanden sind.

Die „Fabbrica blu“, die bugattiblaue Fabrik im italienischen Örtchen Campogalliano, knapp zehn Kilometer westlich der Industriemetropole Modena, befindet sich im Zustand des „Barn find“, wie man es bei Autos nennen würde – des Scheunenfunds: lange Zeit vergessen, heruntergekommen, still darauf wartend, wieder zum Leben erweckt zu werden. Mit einer Geschichte, die den Aufwand rechtfertigen würde. Und zweifelhaften Aussichten, ob es noch passieren wird.

Nachspeise. Es ist 26 Jahre her, dass in der Bugatti-Fabrik Campogalliano Betrieb herrschte. Und es ist nur 31 Jahre her, dass sie eröffnet wurde – als zu ihren Tagen modernste Autofabrik der Welt, wegweisend für alle Industrieanlagen, in denen nicht nur Güter entstehen, sondern in denen die Menschen, die sie fertigen, neben Arbeit auch ein Leben finden können – in Campogalliano mit viel Tageslicht, immer einem Blick ins Grüne, mit einem Patron, der auf sie schaut, streng zwar, aber stets wohlwollend, mit einer Kantine, in der gekocht wird wie in der Dorf-Trattoria, und in der Manager, Ingenieure, Kunden und Arbeiter beisammen sitzen und voller Zuversicht der großen Dinge harren: einer glänzenden Zukunft und der Nachspeise.