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Interview

Wie man den Weihnachtsfrieden bewahrt

Zu Weihnachten sind die Erwartungen generell hoch, umso größer ist dann die Enttäuschung, wenn es anders kommt.
Zu Weihnachten sind die Erwartungen generell hoch, umso größer ist dann die Enttäuschung, wenn es anders kommt.Getty Images
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Zu Weihnachten sind die Erwartungen generell hoch, heuer vielleicht besonders. Psychotherapeut Peter Stippl hat Tipps für ein friedliches Fest.

Warum hat Weihnachten ein so hohes Konfliktpotenzial in Familien?

Peter Stippl: Die Herausforderung bei Weihnachten sind die hohen Erwartungen. Das ist ähnlich wie beim Urlaub. Es ist ein interessantes Phänomen in der Psychotherapie, dass Paartherapien im September und im Jänner boomen. Warum? Es sind ganz tolle Erwartungen an den Urlaub, dann ist die Enttäuschung umso größer, und es wird schnell der Entschluss gefasst, sich zu trennen. Das Gleiche ist zu Weihnachten, man hat an Geschenke, Verwandtenbesuche, Weihnachtsfrieden und eine gute Stimmung hohe Erwartungen, und es geht total daneben. Dann fällt der Entschluss, wenn nicht einmal zu Weihnachten das gelingt, trennen wir uns. Der Konflikt zu Weihnachten in Familien ist ja fast Legende.

Warum ist uns Weihnachten so wichtig?

Es gibt auf der einen Seite den traditionellen Bereich, christlich ist es das zweitwichtigste Fest nach Ostern, aber in der Breite ist es das wichtigste Fest, auch durch das Schenken und die Bräuche rundherum. Auf der anderen Seite haben die Menschen auch eine gewisse Sehnsucht danach, dass einmal im Jahr „eine Ruhe ist“, dass Frieden ist, dass wir uns eine Freude bereiten. Es hat sich so etabliert, dass das zu Weihnachten ist. Damit ist die Erwartung verbunden und je höher die Erwartung, desto schwerer ist sie zu erfüllen. Es ist eine Überhöhung kommerzieller, aber auch emotionaler Art.