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Polen/Belarus

Polnischer Grenzsoldat will Asyl in Belarus wegen Migrationskrise

Reuters
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25-Jähriger setzte sich ab und wird von Minsk als Kritiker des entschlossenen Grenzschutzes Polens dargestellt.

Warschau/Minsk. Angesichts der anhaltenden Krise wegen des Andrangs illegaler Migranten etwa aus arabischen Ländern und Afrika, die über Belarus nach Polen und somit in die EU kommen wollen, ist das ein peinlicher Vorfall: Ein polnischer Soldat, der im Grenzschutz tätig war, hat sich vor wenigen Tagen nach Belarus abgesetzt und will Medienberichten zufolge Asyl beantragen. Bei einem missbräuchlich übersetzten Interview mit dem dortigen Staats-TV sagte er am Samstag, Polen würde Migranten an der Grenze „hinrichten“. Das könne er nicht länger ertragen.

Der 25-Jährige, dessen Name mit Emil Czeczko angegeben wird, war in einer Artillerieeinheit der 16. mechanisierten Division „Pomeranien“. Sein Verschwinden wurde vom Stab der Division bestätigt. In Belarus wird er für die Zwecke des Regimes benützt, das die Migrationswelle über sein Staatsgebiet orchestriert hat, um sich so für EU-Sanktionen zu rächen. Dortigen Medien zufolge will er mit seiner Aktion gegen den rigiden Grenzschutz Polens gegenüber Migranten protestieren und habe sich daher abgesetzt.

Angeblich ein „Problemfall“

In Warschau heißt es hingegen, Czeczko habe Probleme mit Haschisch und Alkohol gehabt, sei unzuverlässig gewesen und strafrechtlich aufgefallen. An sich sei er kurz vor seinem Abgang aus der Armee gestanden. Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak sagte, dass der Mann niemals hätte an die Grenze abkommandiert werden dürfen. Gegen mehrere vorgesetzte Offiziere laufen deswegen Disziplinarmaßnahmen. (wg/flü)