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Mein Montag

Anleitung zur Eskalation unter dem Weihnachtsbaum

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Bundesdeutsche Formulierungen, blöde Antworten, schlechte Wortwitze – so klappt es auch bei Ihnen.

Harmonie ist überbewertet. Damit sie gar nicht erst aufkommt oder zumindest schnell wieder verschwindet, kann man einige Tricks anwenden. Und ja, das funktioniert auch an Weihnachten – das ist schon die erste Möglichkeit, mit der man in Österreich verlässlich für das kollektive Ansteigen des Blutdrucks sorgen kann. Hierzulande heißt es nämlich zu und nicht an. Einfach mal in der familiären Runde testen, Sie glauben gar nicht, wie schnell die Harmonie zum Teufel geht. Besonders traditionsbewusste Familien kann man auch mit dem Weihnachtsbaum auf die (Weihnachts?)Palme bringen – weil man gefälligst Christbaum sagt.

Auch schlechte Wortwitze haben das Potenzial, eine Familienfeier zu sprengen – etwa indem man bei der Frage, welche Coronaregeln beim Zusammenkommen gelten, darauf verweist, dass ja auch der Weihnachtsbaum 2-G hat. (Und nein, versuchen Sie nicht, den Gag mit 3-G zu machen, denn Dreige hat ein Nadelbaum nicht.) Ein verlässlicher Tipp für Missmut sind auch aufgelegte Missverständnisse. Wenn etwa jemand eine Oder-Frage stellt – „Möchtest du Kaffee zu den Keksen? Oder lieber Tee?“ „Ja.“ Eine besonders unsinnige Antwort gibt es auch, wenn jemand fragt, wo man denn dieses oder jenes Geschenk gekauft hat: „Im Internet.“ Das ist etwa so vielsagend, als würde man auf die analoge Welt umgelegt antworten: „Im Geschäft.“

Und natürlich könnte man auch noch die Diskussion anzetteln, ob das Christkind nun ein Bub oder ein Mädchen ist. Und ob er bzw. sie die Geschenke bringt, oder doch der Weihnachtsmann dafür zuständig ist. Die einzig logische Variante vertreten hier übrigens die Spanier – dort bringen die heiligen drei Könige die Geschenke. Dass die eigentlich gar nicht Caspar, Melchior und Balthasar heißen, könnten Sie am Ende ja auch noch einwerfen. In diesem Sinne: Frohes Fest!

E-Mails an: erich.kocina@diepresse.com