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Vorarlberg

Gemeinnütziger Wohnbauträger Vogewosi tritt wegen Kosten auf Bremse

2022 sollen nur dringende Projekte vorangetrieben werden.

Die Vorarlberger gemeinnützige Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (Vogewosi) will 2022 keine Projekte vorantreiben, bei denen die Dringlichkeit nicht gegeben ist. Das hat Vogewosi-Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz am Montag im Rahmen eines Pressegesprächs bekannt gegeben. Man müsse auf die Kostenexplosion bei Grundstücken und im Baubereich reagieren, begründete Lorenz den Schritt. Die aktuelle Lage bei Bau- und Grundstückskosten nannte er "prekär".

Diese Kosten seien von 2015 bis 2020 um 31 Prozent gestiegen, seit 2020 nochmals um 20 Prozent. Die Baukonjunktur sei überhitzt, der Markt so gut wie "abgeschottet", sagte Lorenz. Der Vogewosi erschwerten zudem eine Vielzahl an Wünschen und Vorgaben der öffentlichen Hand das Geschäft. So solle etwa nur noch in als "eReday" ausgestatteten Sammelgaragen geparkt werden, zu bieten gelte es außerdem größere Fahrradräume im Erdgeschoß, Unterflurmüllsysteme und natürlich absolute Barrierefreiheit auch bei Klein- und Kleinstwohnanlagen. Leistbare Grundstücke in zentralen und in Tallagen seien kaum mehr verfügbar. So bezahle man für Grundstücke im Rheintal und im Walgau bereits zwischen 800 und 1.500 Euro pro Quadratmeter Grünfläche. Bei Umlegung auf die tatsächliche Nutzfläche ergebe das einen Quadratmeterpreis in Höhe von 1.000 bis 2.400 Euro.

Im Sinne des Auftrags, leistbares Wohnen für alle zu schaffen, werde man nun reagieren, kündigte der Geschäftsführer an. "Das bedeutet, dass wir 2022 unsere Bautätigkeit auf die derzeit noch etwas günstigeren Holzbauprojekte "Wohnen500Plus" und auf Projekte, deren Bauverfahren bereits sehr weit fortgeschritten sind, legen werden", sagte Lorenz. Die hohen Grundstückpreise und die stark gestiegenen Errichtungskosten würden letztlich auch die Mieter zu spüren bekommen, denn höhere Kosten führten zu längeren Ausfinanzierungszeiten. "Wir liegen derzeit bei rund 60 bis 70 Jahren, Tendenz steigend. Hier müssen wir entgegenwirken, damit wir auch in Zukunft leistbare Wohnungsentgelte anbieten können", so Lorenz.

Im Rückblick auf das Jahr 2020 sprach der Geschäftsführer von einem Jahr, das von intensiver Bautätigkeit geprägt gewesen sei. Man habe elf Wohnanlagen mit 221 Wohnungen übergeben, mit einem Neubauvolumen von 35 Mio. Euro sei das hohe Niveau der Vorjahre noch einmal geringfügig überschritten worden. Der dringende Bedarf an Wohnungen sei damit zu einem wesentlichen Teil abgedeckt. Auch habe man im Bereich der Gebäudesanierungen trotz der anhaltend hohen Preise zahlreiche verschobene Vorhaben umgesetzt. Umfassende energetische Sanierungen würden allerdings immer seltener, weil sie zu teuer seien. Hier müssten künftig neue Wege gefunden werden, es gelte etwa über Ersatzneubauten nachzudenken, sagte Lorenz.

2020 verwaltete die Vogewosi 17.156 Wohnungen (2019: 16.983) in knapp 60 der 96 Gemeinden des Landes. Die Bilanzsumme stieg auf 877,9 Mio. Euro (2019: 846,4 Mio.) an, das Eigenkapital belief sich auf 295,1 Mio. Euro (2019: 283,0 Mio.). Der Bilanzgewinn betrug 6,06 Mio. Euro und lag damit leicht über dem Wert von 2019 (5,92 Mio.).

(APA)