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Interview

"Am meisten Sorgen bereitet mir, dass wir unsere Diskursfähigkeit verlieren"

„Wir müssen erklären, dass Wissenschaft eine Auseinandersetzung mit Widersprüchen ist“, sagt Rektorin Sabine Seidler.
„Wir müssen erklären, dass Wissenschaft eine Auseinandersetzung mit Widersprüchen ist“, sagt Rektorin Sabine Seidler.(c) Michèle Pauty (Michèle Pauty)
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Rektorenchefin Sabine Seidler spricht über den Wert von Rede und Gegenrede an den Unis in Zeiten von Corona, ihre Wünsche an den neuen Wissenschaftsminister und die Digital-Uni in Oberösterreich, „die es nicht braucht“.

Die Presse: Nach drei Semestern sollten sich die Hörsäle im laufenden Wintersemester wieder füllen. Es kam anders. Wie lang kann es noch so weitergehen?

Sabine Seidler: Solang die Pandemie das von uns verlangt. Wir haben mittlerweile eine gewisse Routine im Umstellen von Lehrveranstaltungsformaten. Der Uni-Betrieb ist damit deutlich weniger gestört als im Vorjahr.

 

Wie viele Lehrveranstaltungen werden jetzt vor Ort abgehalten?

An der TU Wien sind es 40 Prozent. Es können alle Lehrveranstaltungen mit weniger als 25 Teilnehmern in Präsenz stattfinden. Die Realität ist aber eine andere. Denn mit der Ankündigung des Lockdowns ist ein Teil der Studierenden nach Hause gefahren und konsumiert von dort aus das virtuelle Angebot. Wir müssen unterscheiden: Was versuchen wir zu ermöglichen, und was wird tatsächlich auch wahrgenommen?

 

Im Lockdown wurde mit aller Kraft versucht, die Schulen offen zu lassen. Warum sieht man eine derartige Vehemenz bei den Universitäten nicht?