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Auszeichnung

David Alaba, Abwehrchef mit königlicher Souveränität

David Alaba trägt seit heuer das Dress von Real Madrid.
David Alaba trägt seit heuer das Dress von Real Madrid.(c) Reuters (Sergio Perez)
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Zum achten Mal ist David Alaba Österreichs Fußballer des Jahres. Die Leichtigkeit, mit der der 29-Jährige seit Sommer die Defensive von Real Madrid statt Bayern dirigiert, imponiert. Sein WM-Traum mit dem ÖFB-Team lebt.

Als David Alaba im Sommer nach 13 Jahren bei Bayern München zu Real Madrid wechselte, war ihm die Dimension des Schrittes bewusst. „Ich bin nicht hier, um mich mit anderen Spielern zu vergleichen oder sie zu ersetzen. Ich bin hier, um David Alaba zu sein“, erklärte der ÖFB-Teamkapitän, nachdem er mit der Nummer 4 des legendären Sergio Ramos ausgestattet worden war. Keine fünf Monate später spricht in Madrid niemand mehr über den ehemaligen (zu PSG abgewanderten) Abwehrchef, sondern die Lobeshymnen gelten dem neuen.

Denn Alabas Souveränität in der Innenverteidigung imponiert nicht nur Trainer Carlo Ancelotti und spanischen Medien. Eine Berechnung des CIES Observatory, die Spielzeit mit Ergebnissen, gewichtet nach Bewerb und Ergebnissen, misst, sah den 29-Jährigen sogar weit vor Weltfußballer Lionel Messi (nur 24.) als eigentlich besten Spieler des Jahres. Für die zwölf Vertreter der heimischen Bundesliga bestand jedenfalls kein Zweifel: Zum bereits achten Mal wählten sie Alaba zu Österreichs Fußballer des Jahres. „Eine unglaubliche schöne Auszeichnung“, sagte der Rekordhalter, für den Ehrungen durch Wiederholungen nicht an Stellenwert einbüßen, sondern Bestätigung sind.

Tapetenwechsel

27 Titel feierte Alaba in München, zuletzt zum zehnten Mal die Meisterschaft (Klubrekord), sodass sich ihm die Frage nach der Perspektive stellte. Schlussendlich entschied sich der einstige Schüler der Frank-Stronach-Akademie, der schon mit 16 erstmals auf der Bank der Austria-Kampfmannschaft Platz genommen hatte, seinen Vertrag bei Bayern nicht zu verlängern, sondern die Veränderung zu wagen. In Spanien erwarteten ihn ein neues Umfeld und eine andere Spielkultur, die Ansprüche seien bei Real Madrid indes die gleichen wie bei Bayern. Als Tabellenführer und Champions-League-Achtelfinalist liegt er auf Kurs – nur die neuerliche Coronainfektion bremst ihn aus.

„Das war ein Riesenschritt für mich als Person, auch abseits des Platzes“, sagt Alaba, der mit Partnerin und zweijährigem Sohn nach Spanien übersiedelte. So gern der 29-Jährige vor Mikrofonen Schmäh führt, so sehr werden ihm Leaderqualitäten in der Kabine bescheinigt. Der gläubige Christ setzt sich auch gegen Rassismus ein, den er als Sohn einer Philippinin und eines Nigerianers in seiner Jugend in Wien selbst erfahren hat. Insofern ist Alaba in Österreich auch weit mehr als ein rein sportliches Vorbild.

Im Nationalteam ist Alaba seit dem Debüt 2009 Fixkraft, auch wenn immer wieder über seine Position diskutiert wird. Dem EM-Flop 2016 folgte 2021 der Achtelfinal-Höhenflug („Mit ein bisschen Glück wäre noch mehr gegangen“), nun glaubt der ÖFB-Kapitän fest daran, über das Play-off im März Österreichs erste WM-Teilnahme seit 1998 zu schaffen. „Davon träumt jeder. Das ist von mir persönlich ein Riesenziel.“

(swi)