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Das geht mittlerweile wieder: Urlaub am Strand von Phuket.
Jahresrückblick

Das Reisejahr 2021: Größerer Radius, verlängerte Vorläufigkeit

Alles nur bis auf Widerruf. Rollte die Reisewelle, überholte sie die nächste Phase der Pandemie wenig später wieder. Rückblick auf ein Reisejahr mit angezogener Handbremse.

Der Tourismus und das Jahr 2021 werden auch auf den letzten Metern keine Freunde mehr. Das zweite Pandemiejahr brachte zwar ein wenig more of the same für alle Beteiligten, doch die neue eingeschränkte Reisewelt ist dennoch nichts, woran man sich je wirklich gewöhnen kann.

Das Reisejahr 2021 begann hart, nämlich gar nicht. Das erste Quartal prägten Lockdown, Reisewarnungen, Einreisestopps in diverse Länder, die zum Teil bis heute aufrecht sind oder nur nach und nach zurückgenommen werden, darunter so gefragte Destinationen wie Australien oder Neuseeland oder das Land des Lächelns. Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die heimischen Hotellerie und Tourismusunternehmen wie Reiseveranstalter und Reisebüros, denen dazu eine ganze Wintersaison abhanden kam, konnten teils mit Hilfsgeldern abgefedert werden. Als sich die Situation leicht entspannte, waren die potenziellen Gäste oder Kunden erst noch zögerlich. Dabei hatte man auch im Tourismus alle Hoffnung in eine Impfung gegen Covid19 gesetzt.


Viel im Inland und erdgebunden unterwegs

Die neue geimpfte und getestete Realität – und ein viel spontaner gewordenes Buchungsverhalten - wirkte auf den Tourismus im Sommer wie ein Booster. Nur reiste 2021 halb Österreich nun anders als davor: Man blieb noch lieber im Inland (eine Renaissance, die sich bereits in Vorcoronazeiten abzeichnete), was unter anderem dazu führte, dass in der Hochsaison an heimischen Badeseen fast kein Zimmer mehr aufzutreiben war. Viele nutzten die corona-unbeschwerten Wochen, die Heimat zwischen dem Bregenzerwald und dem hundert Jahre alt gewordenen Burgenland besser zu entdecken und vielleicht Neues auszuprobieren - Klettern zum Beispiel. Oder modernes Kuren mit Nahrungsverzicht und Darmsanierung. Immerhin.

Sehr gefragt: Sommer am Wörthersee.
Sehr gefragt: Sommer am Wörthersee.Wörthersee Tourismus

Ging es ins europäische Ausland, dann nicht gerade sehr weit weg und unter Umständen an Orte, an denen nicht viele sind. Oder wo es eher still und grün ist. Die klassische Autoreise wurde meist der Weg zum Ziel, wenn auch mit der Bereitschaft zu Staus und extralangen Wartezeiten. Darunter viele Campervans, denn die Pandemie leistete der Sehnsucht nach eigenen vier Wänden auf Reisen gehörigen Vorschub.

Wie sehr die Nachfrage nach Flugreisen die Branche anfangs mitunter überraschte, durften Reisende im Chaos auf diversen Flughäfen erleben. Wo das Reisen ohnedies schon so unbequem und aufwändig geworden war: von der permanenten Mund-Nasen-Schutz-Pflicht zum 3G- bzw. 2G-Nachweis und Notwendigkeit zu frischen PCR-Tests. Von schwer durchschaubaren bürokratischen Hürden, um überhaupt in Länder - wie etwa Thailand - einreisen zu können bis hin zum Freitesten aus einem Quarantänehotel, das selten den Namen Hotel verdiente.

Vielleicht bald in Reichweite: Sehnsuchtpotenzial Neuseeland. Hier: beim Mount Aoraki.
Vielleicht bald in Reichweite: Sehnsuchtpotenzial Neuseeland. Hier: beim Mount Aoraki.Tourism New Zealand


Erweitere Möglichkeiten, Verlust der Märkte

Doch anders als im Jahr zuvor scheint 2021 die Reisewelt zumindest wieder größer geworden, damit einhergehend der Optimismus: Finca-Urlauben auf Mallorca und Reisen auf die Malediven, Berggorilla-Schauen in Uganda und Skifahren in den USA sind – jedenfalls zu diesem aktuellen Zeitpunkt – wieder möglich. Auch eine Wintersaison in Österreich soll es geben, sanfter, ohne Après-Halligalli - und anders als im Vorjahr, wird die Piste nicht mehr bloß für den Tagesgast und die Einheimischen zugänglich sein.

Einer der Verlierer durch die Pandemie ist nach wie vor der Kongress- und Eventtourismus. Vielfach halten Veranstalter an digitalen Lösungen fest, physische Meetings finden nur in kleinerem Rahmen statt. Allein schon die weltgrößte Reisemesse, die ITB Berlin, verlegte ihre Aktivitäten zum wiederholten Mal in den virtuellen Raum. Solche Entwicklungen schwächen den Städtetourismus, kommt noch hinzu, dass wichtige Märkte ausbleiben, so findet der Austausch von Touristen aus Asien und Europa kaum statt, vor allem die Innenstädte leiden unter dem Ausbleiben dieser Kaufkraft. Hat auch eine Dimension: Zumindest von Overtourism ist keine Rede mehr.

Freilich alles bis auf Widerruf.

 

Was 2021 wichtig war

Zum Jahresrückblick der „Presse“-Redaktion