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Quergeschrieben

Ein frommer Wunsch: Mehr Gelassenheit, weniger Emotion

Die Erwartungen, die die Impfung weckte, waren sehr hoch.
Die Erwartungen, die die Impfung weckte, waren sehr hoch.APA/TOBIAS STEINMAURER
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Das Drama der überzogenen Erwartungen und der Verpolitisierung eines Virus bestimmten das Corona-Management der Regierung und den Widerstand dagegen.

Vor einem Jahr wachte die Öffentlichkeit am 26. 12. 2020 auf, an einem Samstag also, den Verteidigungsministerin Klaudia Tanner später einen „geschichtsträchtigen Tag“ nennen wird. Um 2 Uhr früh hat in dieser Nacht die erste Lieferung mit Corona-Impfstoff die Grenze passiert – empfangen von TV-Teams, Scheinwerfern, Blaulicht, Polizei, ein Großereignis suggerierend. Der Transport der Ampullen wurde vom Grenzübergang Suben in Oberösterreich bis nach Simmering in Wien verfolgt, die Uhrzeit des Eintreffens genau notiert: 5.35 Uhr. Damit begann das Drama der überzogenen Erwartungen.

Später posierten Wiens Bürgermeister, Michael Ludwig, Niederösterreichs Landeshauptfrau, Johanna Mikl-Leitner, und Tanner für Fotos und hielten Ampullen in die Kameras. Dann sollte sich die Inszenierung bei den ersten „Stichen“ in einem Altersheim wiederholen. Damit begann das Drama der Verpolitisierung des Covid-Virus. Wer diese ein Jahr und drei Bundeskanzler später beklagt, sollte sich an diese Fotos erinnern. Mehr Verpolitisierung als damals geht nicht.