Die schwedische Autorin Lina Wolff hat mit ihrem Roman „Das neue Herz“ eine unheimliche Satire auf die Medienwelt und eine Gesellschaft geschrieben, der die Moral abhandengekommen ist.
Als Frau einem wildfremden Mann Unterschlupf in der eigenen Wohnung zu gewähren war wohl zu allen Zeiten und an allen Orten ein gewagtes Unterfangen. Andererseits, die Frau, um die es geht, ist Journalistin und Autorin, die an einer gewissen Schreibmüdigkeit, wenn nicht gar Blockade, leidet, und der Fremde verspricht im Gegenzug eine interessante Geschichte zu erzählen, von einer „Paartherapie und der Frau, die mein Leben ruiniert hat. Nennen wir sie die Feministin.“
In ihrer ersten Frühsommernacht in einer Bar in Madrid wird also Bennedith, einer 45-jährigen Schwedin, die ein dreimonatiges Literatur-Aufenthaltsstipendium in die spanische Hauptstadt gebracht hat, dieses verlockende Angebot gemacht. Sie erbittet sich etwas Bedenkzeit, ehe sie den Mittfünfziger Mercuro Cano tatsächlich in ihrer Wohnung aufnimmt.