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Warten auf die Apokalypse: Jennifer Lawrence und Leonardo DiCaprio als Forscher-Team Kate und Mindy.
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Film

O, du fröhlicher Weltuntergang!

Zwei Astronomen (Leo DiCaprio und Jennifer Lawrence) mühen sich in der Netflix–Satire „Don't Look up“ daran ab, die Welt vor einem Killerkometen zu warnen. Ein Rundumschlag gegen die Spektakelgesellschaft – und ein Weihnachtsfilm.

Ruhe bewahren und sondieren. So lautet der Plan der US-Präsidentin, nachdem sie von einem agitierten Astronomenduo aufgeklärt worden ist, dass sich ein Komet – ein sehr großer, sehr gefährlicher Komet – auf Kollisionskurs mit der Erde befindet. Die Einschlagswahrscheinlichkeit liegt bei knapp 100 Prozent. Die Konsequenzen? Schlimm. Katastrophal. Apokalyptisch, um genau zu sein. Was tun? Ruhe bewahren und sondieren! Schließlich handelt es sich um ein nur „möglicherweise signifikantes Ereignis“. Man werde sich darum kümmern. Spätestens nach der Wahl. Die Forscher sind fassungslos. Ruhe bewahren und sondieren? Aus ihrer Sicht hätte das Staatsoberhaupt ebenso gut sagen können: Abwarten und Tee trinken.

Und da stehen die beiden Wissenschaftler – der verdruckste Dr. Mindy (Leonardo DiCaprio) und seine Doktorandin Kate (Jennifer Lawrence) – erst am Beginn ihres Spießrutenlaufs durch die moderne Spektakelgesellschaft. Da waren sie noch nicht zu Gast in der Talkshow, bei der sie dem Publikum vorgeführt werden wie Kinder, die putzige Sternengeschichten erzählen sollen. Und süffisant Schelte bekommen, als sie es wagen, dem Ernst der Lage gebührenden Ausdruck zu verleihen. Da wurde ihr Fernsehauftritt noch nicht zum Kanonenfutter für die Giftschleuder der sozialen Medien – und ihr Privatleben noch nicht Zielscheibe des neuen, digitalen Boulevards. Ihnen fehle es an „Medientraining“, kriegen sie immer wieder zu hören. Was verdächtig nach „Hundetraining“ klingt. Dass die Welt bald untergeht – echt jetzt, ohne Witz – scheint niemanden zu interessieren. Zu tief stecken die Köpfe im Sand.