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Mein Montag

Was wir auf Twitter und Co. besser machen könnten

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Von Neujahrsvorsätzen bleibt meist nicht viel übrig. Formulieren wir trotzdem ein paar davon.

Vorsätze für das neue Jahr haben die Funktion, augenzwinkernd etwas Positives zu formulieren, von dem man weiß, dass man es ohnehin nicht einhalten wird. Das „diesmal aber wirklich“ am Ende ist die Pointe einer Art von Humor, die das eigene Scheitern nicht nur in Kauf nimmt, sondern geradezu vorhersagt. Hat es also überhaupt Sinn, sich gute Vorsätze zu machen? Aus wirtschaftlicher Sicht auf jeden Fall, so manches Fitnessstudio lebt von den Jahresgebühren all jener, die das „diesmal aber wirklich“ vom Jahresbeginn Anfang Februar längst ad acta gelegt haben. Und ja, dieser Gag war jetzt ähnlich platt wie solche Vorsätze selbst. Also versuchen wir es ein bisschen ernsthafter.

Vor allem auf Social Media könnte man mit ein paar guten Vorsätzen die Qualität des Austausches deutlich heben. Indem man etwa den unbedingten Willen, etwas falsch verstehen zu wollen, ein wenig zurückschraubt. Vielleicht wäre dann manche Diskussion auf Twitter und Co. etwas zielführender und würde nicht nur darauf hinauslaufen, einen Diskurs zu zerstören.

Eine weitere Idee, die man im neuen Jahr beherzigen könnte: Nicht nur die Überschriften eines Beitrags lesen und darauf aufbauend in eine Debatte einsteigen, die wohl deutlich fruchtbarer wäre, wenn man den ganzen Text gelesen und vielleicht auch darüber nachgedacht hätte. Vermutlich würde es mancher Debatte auch guttun, wenn man etwas in der ersten Emotion niederschreibt – aber dann nicht auf den Absenden-Knopf drückt. Sondern ein wenig wartet, bis die Ratio die Emotio im Wettlauf der Reaktionen zumindest wieder eingeholt hat.

Und nicht zuletzt: Social Media können unglaublich spannend und lehrreich sein. Aber zu viel Zeit auf Twitter und Co. kann den Blick auf andere Dinge des Lebens verstellen. Ja, dahinter steckt ein Vorsatz. Achtung, Pointe: Diesmal aber wirklich! Also, guten Rutsch!

E-Mails an: erich.kocina@diepresse.com