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Luftverkehr

Omikron setzt der Luftfahrt zu

Bei Austrian Airlines wird es im Jänner und Februar vermehrt zu Flugausfällen kommen. Verantwortlich dafür sei die „durchwachsene Buchungslage“, so die Fluglinie.
Bei Austrian Airlines wird es im Jänner und Februar vermehrt zu Flugausfällen kommen. Verantwortlich dafür sei die „durchwachsene Buchungslage“, so die Fluglinie.APA/Hochmuth
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Krankenstände und Quarantäne infolge der neuen Coronavariante führten über Weihnachten zu Tausenden ausgefallenen Flügen. Die Airlines dünnen wieder ihre Flugpläne aus.

Wien. Nachdem die Coronapandemie den internationalen Flugverkehr im Vorjahr über Monate lahmlegte und sich große Fluglinien nur dank großzügiger staatlicher Hilfsgelder über Wasser halten konnten, schien sich die Branche über den Sommer wieder weitgehend zu erholen. Freilich, die Zahl der Fluggäste liegt noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau, die Entwicklung der vergangenen Monate ließ die Luftfahrt aber zumindest hoffen.

Der Aufwärtstrend scheint vorerst aber gestoppt. Tausende Maschinen mussten über das Weihnachtswochenende am Boden bleiben. Grund dafür waren die in vielen Ländern nach oben schnellenden Corona-Infektionen.

Die vielen Flugausfälle in einer der Hauptreisezeiten des Jahres sind nach Angaben der Fluggesellschaften darauf zurückzuführen, dass viele Piloten, Flugbegleiter und andere Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert sind oder unter Quarantäne stehen.

Die Flugverfolgungs-Website Flightaware.com berichtete von 6300 annullierten Flügen über das Wochenende. Allein am Heiligen Abend wurden weltweit mehr als 4500 Flüge gestrichen – die meisten in China und den USA, wo traditionell Millionen Amerikaner über die Weihnachtsfeiertage zu ihren Familien fliegen.

Die US-Fluggesellschaften Delta und United Airlines mussten jeweils Hunderte Flüge streichen. Bei United Airlines waren in den vergangenen Tagen eigenen Angaben zufolge rund zehn Prozent der vorgesehenen Flüge betroffen. „Der landesweite Anstieg bei den Omikron-Fällen in dieser Woche hatte direkte Auswirkungen auf unsere Besatzungen und die Menschen, die unseren Betrieb aufrechterhalten“, erklärte die Airline.

Fünftel aller Flüge annulliert

Noch mehr Annullierungen entfielen auf chinesische Fluggesellschaften: China Eastern strich am Freitag und Samstag 1000 Flüge, was mehr als einem Fünftel des Flugplans entsprach. Air China legte ebenfalls rund 20 Prozent seiner geplanten Abflüge in diesem Zeitraum auf Eis.

Damit ist ironischerweise ausgerechnet jene Branche, die für die globale Verbreitung der neuen Virusvariante mitverantwortlich ist, als erste von deren Auswirkungen betroffen. Die ausgefallenen Flüge reißen schon jetzt wieder Löcher in Milliardenhöhe in die Bücher der Fluglinien.

Der Einbruch der Flugzahlen könnte einen bitteren Vorgeschmack auf das geben, was in den kommenden Wochen auf die Luftfahrt zukommen könnte.

Zahlreiche Fluglinien dünnen bereits ihre Flugpläne aus. So teilte die Schweizer Fluggesellschaft Swiss am Sonntag mit, im Winterflugplan rund 2900 Flüge zu streichen. Verantwortlich dafür seien neben den Corona-Einschränkungen auch ein deutlicher Nachfragerückgang aufgrund von Omikron. Die Annullierungen betreffen vor allem den Zeitraum von Mitte Jänner bis Ende März. Betroffen sind etwa acht Prozent der geplanten Flüge, so die Schweizer Airline. Die Flugstreichungen würden „zum großen Teil über das gesamte Netzwerk verteilt“ stattfinden, sagte eine Swiss-Sprecherin dem Schweizer „Sonntagsblick“.

Auch die Swiss-Mutter Lufthansa streicht im Winterflugplan wegen fehlender Nachfrage zahlreiche Flüge. Jeder zehnte geplante Flug soll ausfallen, insgesamt 33.000 Verbindungen werden gestrichen. Die AUA-Konzernmutter begründete den Einschnitt diese Woche mit „einem scharfen Abriss in den Buchungen“. Auch Europas größter Billigflieger Ryanair, Mutterkonzern von Lauda Europe, hatte angekündigt, sein Flugprogramm im Jänner um ein Drittel zu kürzen.

Auch AUA streicht Flüge

Die Austrian Airlines (AUA) kürzen den Flugplan ebenfalls. Im ersten Quartal des neuen Jahres werden zahlreiche Flüge gestrichen, sagte AUA-Sprecherin Yvonne Wachholder im ORF-Radio Ö1. "Von Jänner bis Ende März werden Anpassungen im einstelligen Prozentsatz vorgenommen. So werden einerseits Flüge gestrichen, aber auch Frequenzen auf häufig bedienten Strecken reduziert, sodass Flüge zusammengefasst werden."

Das betrifft dem Bericht zufolge interkontinentale Verbindungen, etwa nach Montreal und Teheran, innerhalb Europas trifft es Strecken nach Bologna, Leipzig oder Köln. Der Grund: Die Buchungen sind abgerissen. "Es ist eine allgemeine Unsicherheit, wir haben aber auch in den letzten Monaten oder schon während der gesamten Pandemie gesehen, dass Buchungen sehr kurzfristig erfolgen, da man hier eben noch abwarten möchte, wie sich denn die Bestimmungen und die Situation verändert", so Wachholder am Montag.

Auch die Schwestergesellschaft Swiss streicht von Jänner bis März wie berichtet fast 3000 Flüge. Die AUA-Mutter Lufthansa lässt jeden zehnten Flug ausfallen. Das sind 33.000 Verbindungen. Auch Europas größter Billigflieger Ryanair, Mutterkonzern von Lauda Europe, kürzt das Flugprogramm im Jänner um ein Drittel.

(Red./APA)