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Coronamaßnahmen

"Gecko" tagt am Impf-Jahrestag, Sperrstunde rückt vor

Katharina Reich (L), Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit, und Generalleutnant Norbert Gehart
Katharina Reich (L), Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit, und Generalleutnant Norbert GehartAPA/HERBERT NEUBAUER
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Vor einem Jahr wurden die ersten Österreicher gegen das Coronavirus geimpft. Heute tagt ein neuer Krisenstab - und ein „Test-Gipfel“ wird abgehalten. Zudem treten neue Regeln in Kraft.

Die Experten des neu eingerichteten Krisenstabs „Gecko“ lassen das Coronavirus und seine Verbreitung in Österreich auch zwischen den Feiertagen nicht aus den Augen. Heute, Montag, tritt das Gremium wieder zusammen, um die aktuelle Lage einzuschätzen. Neue Verschärfungen sind diesmal nicht geplant, hieß es vorab. Änderungen geben könnte es dennoch: Neben den Beratungen soll auch ein „Test-Gipfel" abgehalten werden, bei dem unter Einbindung von Labor-Betreibern erörtert werden soll, wie bundesweit ein effektives Angebot an PCR-Tests zur Verfügung gestellt werden kann.

Hintergrund ist, dass eine neue Infektionswelle für die ersten Jännerwochen erwartet wird. Grund dafür ist die ansteckendere Omikron-Variante des Virus. Das Büro von Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) gab am Sonntagabend bekannt, dass Omikron in der Bundeshauptstadt bereits etwas mehr als 50 Prozent des Infektionsgeschehens ausmacht.

Simulationsforscher Niki Popper bestätigte am Montag im Ö1-Morgenjournal: „Wir werden mit Omikron einen gewissen Paradigmenwechsel haben.“ Wie genau dieser aussehen wird, ließ er offen. Klar sei nur, dass Omikron deutlich ansteckender sei, als die bisherigen Varianten: „Wir werden sehen, dass die Fallzahlen hochgehen, idealerweise gehen aber die schweren Erkrankungen zurück.“

Wichtig sei es aus epidemiologischer Sicht, frühzeitig zu reagieren. Denn oberstes Ziel sei es, einen Lockdown zu verhindern und die Intensiv-Kapazitäten runterzubringen - und dass man vorbereitet ist, wenn die Schulen öffnen oder Influenza-Fälle dazukommen. Man müsse jetzt einen gesellschaftlichen Diskurs darüber führen, ob man bereit ist, frühzeitig zu reagieren. "Dann müssen wir aber eben genau zu Zeiten reagieren, wo wir jetzt sind, wo die Fallzahlen Gott sei Dank noch niedrig sind."

Auch Andreas Bergthaler vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Akademie der Wissenschaften sagte im Ö1-Radio, man befinde sich "aller Voraussicht nach an einem Wendepunkt", die neuen Infektionszahlen würden in den nächsten Tagen wohl wieder massiv steigen.

Sperrstunde wird auf 22 Uhr vorverlegt

Erste Vorkehrungen wurden bereits in der Woche vor Weihnachten getroffen - und erhalten nun Gültigkeit: Die Sperrstunde in Österreichs Gastronomie ist ab heute um 22 Uhr. Dies gilt auch für Hotelbars. Bis zum Sonntag durften Lokale noch bis 23 Uhr offen halten. Zudem war ursprünglich eine Lockerung für Silvester geplant, die in der jüngsten Verordnung wieder gestrichen wurde.

Ebenfalls neu sind die Regeln, die für Veranstaltungen gelten. Kleinere Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstagspartys dürfen bis zu 25 Personen besuchen, aber das nur, wenn diese geimpft oder genesen sind. Der 2G-Nachweis genügt auch bei Veranstaltungen bis zu 500 Teilnehmern mit zugewiesenen Plätzen.

Bei Events mit bis zu 1000 Besuchern ist dann schon ein PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf, erforderlich. Maximal sind 2000 Personen bei Veranstaltungen erlaubt, da muss man als Teilnehmer aber nicht nur getestet und geimpft bzw. genesen, sondern auch schon geboostert sein. Masken sind bei Veranstaltungen nur indoor zu tragen.

Auf einen Blick

Vor einem Jahr, am 27. Dezember 2020, sind die ersten Österreicher gegen das Coronavirus geimpft worden. Den Anfang machten damals über 80-jährige Risikopatienten an einer Spezialambulanz der MedUni Wien. Seither erhielten fast 74 Prozent der Bevölkerung zumindest die erste Dosis. Da die Impfrate in Österreich aber evrgleichsweise niedrig ist, plant die Regierung ab Februar 2022 eine Impfpflicht ab 14 Jahren.

Mittlerweile sind fünf Impfstoffe in Österreich zugelassen: die Vakzine von BioNTech/Pfizer und Moderna auf Basis der neuartigen mRNA-Technologie, die Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson sowie der rekombinante Proteinimpfstoff von Novavax.

Bis zum Christtag haben 6.589.817 bzw. 73,8 Prozent zumindest eine Impfung erhalten. 6.277.652 Menschen und somit 70,3 Prozent der Österreicher verfügen über einen gültigen Impfschutz. 3.537.858 Menschen bzw. 39,6 Prozent der Bevölkerung haben dem Gesundheits- und Innenministerium zufolge schon den Drittstich erhalten.

(APA/Red.)