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Neujahrsvorsätze

Jeder Vierte nimmt sich für 2022 bessere Mülltrennung vor

Bessere Mülltrennung zählt zu den populärsten Neujahrsvorsätzen für 2022 (Archivbild).
Bessere Mülltrennung zählt zu den populärsten Neujahrsvorsätzen für 2022 (Archivbild).Tobias Steinmaurer/picturedesk
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Abfall vermeiden, mit Ressourcen sorgsam umgehen sowie regional und saisonal einkaufen – das sind die Neujahrsvorsätze der Österreicherinnen und Österreicher. Vor allem junge Menschen sind um Nachhaltigkeit bemüht, zeigt eine aktuelle Studie.

Der Jahreswechsel kommt oftmals Hand in Hand mit guten Vorsätzen. Was sich Österreicherinnen und Österreicher für kommendes Jahr vornehmen, um die Umwelt zu entlasten, hat eine Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marktagent untersucht. Im Fokus der Befragten steht für knapp die Hälfte, 45 Prozent, die Vermeidung von Plastik  – bei Sackerln, bei Verpackungen und Flaschen. Dicht gefolgt von dem Vorsatz Abfall zu reduzieren (42 Prozent), sowie mehr regionale Produkte, statt Importware zu kaufen (41 Prozent). 

40 Prozent aller Befragten haben sich außerdem vorgenommen, weniger verschwenderisch mit Lebensmittel umzugehen und nur so viel einzukaufen, wie tatsächlich benötigt wird. „Abfall ist eine wichtige Ressource, die im Bestfall recycelt wird und so zum Umweltschutz beiträgt“, bestätigt Gabriele Jüly, Präsidentin des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB), der die Studie in Auftrag gegeben hat. „Jeder, der seinen Abfall gewissenhaft trennt, schont unsere Ressourcen und unterstützt die Kreislaufwirtschaft.“ Jede vierte Person plant, 2022 seinen Abfall noch besser zu trennen, vor allem junge Menschen. Für knapp ein Drittel der 14- bis 29-Jährigen ist dies ein Neujahrsvorsatz.

Gen Z als Recyclingmuffel

Die Jungen – die Generation Z, also jene, die zwischen 1997 und 2021 geboren wurden – gelten als Recyclingmuffel. Glaubt man den Angaben der Befragten, könnte sich das schon bald ändern. Aktuellen Zahlen zufolge sind vor allem Ältere um eine sorgfältige Entsorgung bemüht, etwa bei Problemstoffen: Während 41 Prozent der über 50-Jährigen alte Batterien ausschließlich zu Sammelstellen bringen wollen, bestätigen das nur 14 Prozent der unter 30-Jährigen. Jüngere Befragte gehen das Thema Umweltschutz vermehrt über Ernährung an. 26 Prozent wollen auf eine gesündere und vor allem fleischlose Ernährung achten. Bei den über 60-Jährigen kommt dies nur für neun Prozent infrage.

Frauen als Reparatur-Meisterinnen

„Nachhaltigkeit ist für alle ein Thema, allerdings gibt es deutliche Unterschiede innerhalb der Altersgruppen und zwischen den Geschlechtern. Besonders spannend: Entgegen allen Geschlechterstereotypen wollen sich Frauen eher für Upcycling und Reparaturen einsetzen als Männer“, erläutert die VOEB-Präsidentin. Tatsächlich nehmen sich 29 Prozent der weiblichen, aber nur 19 Prozent der männlichen Befragten vor, 2022 alte Gegenstände eher zu reparieren bzw. zu renovieren, anstatt neu zu kaufen.

Auch der achtsamere Umgang mit Abfall und Plastik steht bei Frauen höher im Kurs. So wollen 49 Prozent der weiblichen Befragten ihren Plastikverbrauch im nächsten Jahr reduzieren und auf Sackerl und andere Einweg-Verpackungen verzichten. Was den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung betrifft, sind ebenfalls Frauen die Ambitionierteren: 44 Prozent wollen genügsamer einkaufen, bei Männern sind es 36 Prozent.

Kleine Schritte, große Wirkung

„Umweltschutz beginnt bei jedem Einzelnen: beim Einkaufen sein eigenes Sackerl mitnehmen, regionale und saisonale Produkte bevorzugen, auf jede Art von Verpackungen verzichten, Energie sparen und vor allem seinen Abfall konsequent korrekt trennen. Das sind alles kleine Schritte, die aber in der Summe viel Gutes bewirken. Umso mehr Menschen hier mitmachen, desto eher wird 2022 im Sinne der Nachhaltigkeit ein besseres Jahr“, hofft VOEB-Präsidentin Gabriele Jüly.

Ebenfalls haben sich vor allem Frauen vorgenommen, regionale Lebensmittel aus Österreich zu kaufen. Die Hälfte der weiblichen Befragten wollen im nächsten Jahr darauf achten, bei Männern sind es im Vergleich dazu nur 26 Prozent. Aber nicht nur Regionalität ist relevant, immer mehr Menschen setzen auf Bioqualität. Allerdings haben auch hier Frauen die Nase vorn (29 Prozent, Männer 22 Prozent). Ebenso wird die eigene Ernährung neu gedacht, 24 Prozent der Frauen wollen weniger tierische Produkte und 26 Prozent allgemein weniger Fleisch und Fisch essen. Männern ist das Thema der veganen (15 Prozent) bzw. fleischlosen (11 Prozent) Ernährung zwar auch wichtig, allerdings nicht im selben Ausmaß.

Weniger Fliegen, mehr Öffis

Nachhaltigkeit und ein verantwortungsvoller Umgang mit unserer Umwelt werden uns in den kommenden Jahren und darüber hinaus noch länger beschäftigen. „Das schlägt sich auch in den Neujahrsvorsätzen nieder“, sagt Jüly. „So zählt zu den gängigsten Vorhaben bezüglich einer umweltfreundlicheren Lebensweise vor allem Energie sparen, mehr Öffis und Rad nutzen als auch weniger Flugreisen machen oder Ökostrom beziehen“, so Jüly weiter. Vor allem junge Menschen achten auch auf ressourcenschonende Mode - immer stärker im Trend: nachhaltige und Secondhand-Kleidung zu kaufen.

(APA/red)