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Alle Jahre wieder Hirschgulasch: Ein Plädoyer fürs Imperfekt

(c) BIG SHOT Foto+Film GmbH, Graz (Rita Newman)
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Immer häufiger liest man über Vergangenes im Präsens. Mit diesem Stilmittel sollte man sparsamer umgehen. Gut passt es zu Mythischem.

Man kann nicht mehr in die Luft schauen, man muss überall lesen. Auch in der Straßenbahn, auf den Infoscreens, rast die Information. „Ministerin Aschbacher muss zurücktreten“, las ich gestern dort. Wohl nicht zu Unrecht, dachte ich, stutzte aber dann: Wieso schon wieder?

Hereingefallen. Aufs historische Präsens nämlich. Das derzeit besonders floriert, in den Jahresrückblicken, die doppelt allgegenwärtig sind. Denn sie werden gern in der Gegenwart verfasst wie überhaupt immer mehr Berichte über Vergangenes. Das soll dem Erzählten mehr Präsenz und Brisanz verleihen, erklärte mir eine Kollegin, die gleich eine ganze Reportage im Präsens geschrieben hat: Das sei ein Stilmittel, sie habe das so gelernt.