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Politik als Glaube

Sagt doch bitte nicht ständig Gott zu mir!

Ob Gandhi, Haile Selassie oder Prinz Philip: Viele Menschen wurden ohne ihre Absicht religiös verehrt. Ein Buch erzählt ihre grotesken Geschichten, vor dem Hintergrund von kolonialer Unterdrückung und subtilem Widerstand.

Prinz Philip machte nur Urlaub, als er mit seiner Jacht 1974 vor der Südseeinsel Tanna ankerte. Aber für ein indigenes Dorfoberhaupt am Ufer war der Mann im weißen Anzug ein lebender Gott. Alles passte zum Mythos: Ein Sohn des Urgotts im Vulkankrater hatte in Menschengestalt die Insel verlassen, eine mächtige Frau geheiratet und sollte, so ward verheißen, eines Tages wiederkehren.

Als der unterbeschäftigte Gatte von „Kwin Lisbet“, wie die britische Königin im insularen Pidgin heißt, von seiner Vergöttlichung erfuhr, war er durchaus angetan. Er ließ sich von seinen Anbetern einen Speer für die Wildschweinjagd schenken, retournierte ein signiertes Foto, auf dem er damit posiert, und festigte so seinen Status. Darüber kann man lachen – oder sich ernsthafte Gedanken machen.