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Jahrestag

Das Dreikönigstags-Trauma spaltet die USA

Der Aufruhr vor und im Kongress vor einem Jahr wühlte die Amerikaner auf.
Der Aufruhr vor und im Kongress vor einem Jahr wühlte die Amerikaner auf.(c) APA/AFP/GETTY IMAGES/SAMUEL CORUM (SAMUEL CORUM)
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Zum Jahrestag des Sturms aufs Kapitol am 6. Jänner erinnern sich die US-Amerikaner an den Aufeinanderprall zweier Welten. Bei einer Rede im Kongress will Präsident Biden vor den Gefahren für die Demokratie warnen.

Eine Schneedecke hat Washington wie in Watte gepackt, die allenfalls zu einer Schneeballschlacht auf der Prachtmeile der Mall einlädt oder zum Bau von Schneemännern und nicht zu Demonstrationen und Kundgebungen zum Jahrestag des Sturms auf das Kapitol. Ein Blizzard hatte das obligate Chaos samt Schulschließungen, Verkehrsbehinderungen und Stromausfällen in der US-Hauptstadt angerichtet. Selbst der Präsident war angesichts des Schneesturms gezwungen, vor dem Abflug mit der Air Force One von Bord zu gehen, um im Autokonvoi von seinem Wohnsitz in Wilmington nach Washington zurückzukehren.

Noch sind Parlamentsferien, und die Omikron-Welle droht mit ihren Ansteckungsherden ohnehin den politischen Betrieb im Kongress für eine Weile lahmzulegen. Die USA stehen dieser Tage dennoch im Zeichen der Erinnerung an ein Ereignis, das die Nation am 6. Jänner des Vorjahrs in der Spätphase der Präsidentschaft Donald Trumps aufgewühlt und in einen Schockzustand versetzt hat: die stundenlange Belagerung des Kapitols durch aufgestachelte Trump-Anhänger, die Überwältigung der heillos überforderten Parlamentspolizei, Szenen des Chaos und der Anarchie und schließlich das gewaltsame Eindringen des Mobs in die Hallen des Kongresses mit martialischen Drohungen und Parolen gegen Mike Pence, den republikanischen Vizepräsidenten, und Nancy Pelosi, die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses. Der Dreikönigstag hat ein Trauma hinterlassen, für das - ähnlich wie bei 9/11 - eine Chiffre steht: 6/1.