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Quergeschrieben

Es ist höchste Zeit, den Zwentendorf-Mythos einzumotten

Nicht nur Österreicher hätscheln ihre AKW-Paranoia, während sie Atomstrom aus den Nachbarländern importieren. Aber im Besserwissen sind wir Weltmeister.

In Diskussionen mit AKW-Gegnern kommt fast unweigerlich die Frage, ob man neben einem Atomkraftwerk wohnen möchte. Die Befürworter der Nutzung der Kernenergie wollen ihr Häuschen natürlich ebenso wenig in Reaktornähe haben wie neben einem Kohle- oder Gaskraftwerk, unter der Talsperre eines Wasserkraftwerks oder neben einem 230 Meter hohen Windrad.

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Einige wenige Atomkraftwerke produzieren allerdings wetterunabhängig und stabil so viel Strom wie Tausende Windkraftanlagen, die ein Vielfaches an Fläche beanspruchen, Landschaften verschandeln und die Biodiversität bedrohen. Deutschland hat zum Jahreswechsel drei Atomkraftwerke abgeschaltet, die restlichen drei gehen bis Ende dieses Jahres vom Netz. Anna Veronika Wendland, Technik-Historikerin und Expertin für Kernenergie, geht davon aus, dass ein Windpark von der Fläche Münchens nötig wäre, um auch nur die Jahresstromproduktion von Isar-2 zu ersetzen, das 2022 abgeschaltet wird. Insgesamt verliere Deutschland durch den endgültigen Atomausstieg „das Äquivalent der gesamten deutschen Fotovoltaik oder von 15.000 Windrädern“.