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Berlin-Briefing

Peter Thiel, Sebastian Kurz und der deutsche Fortschritt

Links der "Global Strategist", rechts sein neuer Arbeitgeber: Als dieses Foto von Sebastian Kurz und dem US-Milliardär Peter Thiel gemacht wurde, war Kurz noch im Dienst der österreichischen Republik.
Links der "Global Strategist", rechts sein neuer Arbeitgeber: Als dieses Foto von Sebastian Kurz und dem US-Milliardär Peter Thiel gemacht wurde, war Kurz noch im Dienst der österreichischen Republik.(c) Twitter
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In Deutschland findet sich der Ex-Kanzler wieder einmal in seiner Paraderolle: Er polarisiert. Nicht nur, weil er nun für einen Verfechter von Atomkraft arbeitet. Plus: Die Union macht Fotos.

Wer noch eines Belegs bedurfte, wie groß das Interesse an Sebastian Kurz in Deutschland ist, bekam ihn über die Feiertage. Da wurde bekannt, dass der Ex-Kanzler bei Peter Thiel als „Global Strategist“ anheuert. Der 55-jährige Investor ist zum einen gebürtiger Deutscher und zum anderen eine weltweit bekannte Figur. Die einen zeichnen das Bild eines unverbesserlichen Trump-Unterstützers, eines politisch exzentrischen Milliardärs, den sein Einfluss im Silicon Valley nahezu gefährlich mache. Die anderen sehen in ihm ein Genie, einen studierten Philosophen, der es von seinem Geburtsort Frankfurt am Main zu einer Art von Guru für die einflussreiche Tech-Bewegung brachte.

Also arbeiteten sich auch deutsche Medien an dem neuen Arbeitsverhältnis des österreichischen Ex-Kanzlers ab. Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) schrieb von einer „Burschenschaft der Visionäre, für die Demokratie, Pressefreiheit und Kartellrecht anachronistischer Firlefanz sind, der nur den Fortschritt ausbremst“. Zu dieser Gruppe zählt das Münchner Blatt auch Matthias Döpfner, den Chef des Axel-Springer-Verlages. Vor allem dessen Publikationen „Bild“ und „Welt“ fielen mit Berichterstattung auf, die den damaligen Kanzler Kurz oftmals als Wunderpolitiker inszenierte. „Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt wiederum ließ vor Kurzem auf Twitter wissen, dass er Thiel für ein „Genie“ und den österreichischen Ex-Kanzler für einen „brillanten Kopf“ halte. Wer sich über die beiden erhebe, sei ein „Nichtshinkrieger“.

Die alte Rolle: Polarisieren