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Morgenglosse

No-vax, der Joker

Novak Djoković alias „Der Djoker“
Novak Djoković alias „Der Djoker“GEPA pictures/ Patrick Steiner
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„You must be Djoking“, titelte Londons „Daily Mail“ in typisch englischem Wortwitz über das Drama, das sich da in Down Under abspielte.

Die Chuzpe des serbischen Tennis-Heroen mit dem Privatdeal mit den Australian Open, dessen Vater und der Präsident in Belgrad als Kämpfer der Entrechteten, der australische Premier als Hüter von Recht und Ordnung, der den Zorn der Volksseele auf seiner Seite weiß: Die Corona-Posse in Melbourne hat die Boulevard-Dichter zur Höchstform angespornt, insbesondere jene, die im Sold des australischen Medien-Tycoons Rupert Murdoch stehen.

Die Impfgegner haben endlich ihre globale Ikone, ihren Märtyrer gefunden – und der Rest der Welt hat einen Buhmann, zu dem sich Novak Djoković alias „Der Djoker“, der Naturheiler und Wasserentgifter mit dem schlechten Image, hervorragend eignet.

Österreicher kennen das Drehbuch von der triumphalen Heimkehr des betrogenen Sohns. Als Karl Schranz, ausgeschlossen von Olympia 1972 in Sapporo, nach Wien zurückkehrte, säumten, aufgestachelt vom ORF und dem Boulevard, Zehntausende die Straßen und den Ballhausplatz. No-vax Djoković winkt Hollywood-Ruhm, als Bösewicht Joker in der „Batman“-Serie à la Jack Nicholson, Heath Ledger oder Joaquin Phoenix – aber nur mit Maske. Dafür gibt es keinen Grand Slam, doch womöglich einen Oscar.

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.01.2022)