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Interview

Pippo Pollina: „Nach diesem Mord trieb es mich zur Musik“

Von Sizilien in die Schweiz: Cantautore Pippo Pollina auf den Straßen von Zürich.
Von Sizilien in die Schweiz: Cantautore Pippo Pollina auf den Straßen von Zürich.Lena Semmelroggen
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Über ein Mafia-Attentat, das den Sizilianer Pippo Pollina Künstler werden ließ, die egogetriebenen 70er-Jahre und Respekt vor dem eigenen Alter: Eine Begegnung mit dem Cantautore anlässlich seines Albums „Canzoni Segrete“.

Die Presse: „Geheime Lieder“ – wie kam es zu dem Titel Ihres neuen Albums?

Pippo Pollina: Wenn man jung ist, will man alles teilen, was man liebt. Die Bücher, die man liest, die Musik, die man hört. Die Freunde sollen möglichst alles mögen. Wenn man reifer ist, hat man eher die Tendenz, seine Entdeckungen zu schützen. Speziell vor dem banalen Urteil der Masse. Meine Intention ist es, diese Lieder dem Publikum quasi in intimer Zwiesprache zu präsentieren. Mögen auch 2000 Menschen im Theater sitzen, jeder Einzelne sollte das Gefühl haben, ich hätte für ihn komponiert.

Ein Lied heißt „Pizzolungo“, das ist ein Strand in Sizilien. Haben Sie eine besondere Beziehung zu diesem Ort?

Dieser Strand ist allen Italienern ein Begriff. Dort fand ein furchtbarer Anschlag auf einen Richter aus Palermo statt. Die Mafia zündete eine Autobombe. Das Auto des Richters war gepanzert, er überlebte. Opfer wurden ein Ehepaar und zwei Kinder im Alter von sechs Jahren. Das Lied ist Margherita Asta gewidmet, sie verlor an diesem Tag ihre gesamte Familie.