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Streamingtipps

"Avatar", "Scream", Ulrich Seidl: Trockenübungen für das neue Filmjahr

Wie 2022 pandemisch verläuft, ist nicht absehbar. Dass eine Handvoll spannender Filme ins Kino kommt, darf dennoch erwartet werden. Mit diesen Streaming-Empfehlungen kann man sich schon einmal darauf vorbereiten.

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Guillermo del Toro: Fantasy für Connaisseure

Schon vor Corona war es keine Seltenheit, dass einzelne größere Filme, die um die Weihnachtszeit für Kassenklingeln oder Oscarrummel sorgen sollten, erst nach dem Jahreswechsel in Österreich starteten. So ergeht es nun auch „Nightmare Alley“, der jüngsten Genre-Veredelung des Fantasy-Meisters Guillermo del Toro. Die Adaption eines kultigen Pulp-Romans von William Lindsay Gresham – 1947 erstmals verfilmt – läuft am 20. Jänner bei uns an. In den USA wurde der Neo-Noir bereits im Dezember veröffentlicht, mit nur mäßigem Erfolg. Beileibe kein Grund, die Vorfreude zu dämpfen: Del Toro ist und bleibt Garant für handwerklich exquisite, humanistische Düsterparabeln, die zumindest in puncto Ästhetik noch nie enttäuscht haben.

Dass er auch „richtige“ Blockbuster kann, hat der Mexikaner mit seinen zwei „Hellboy“-Krachern (Sky) und dem Riesenroboterspektakel „Pacific Rim“ (Netflix) zur Genüge bewiesen. Überdies betätigt sich der Arbeitswütige seit geraumer Zeit als Produzent: Bei Animationsserien wie „Trolljäger“ (Netflix) oder bei Horrorfilmen wie „Mama“ und „Don't Be Afraid of the Dark“ (beide Amazon), an dessen Drehbuch er mitschrieb. Wer übrigens Interesse am ersten „Nightmare Alley“-Film hat, kann diesen gemeinfrei auf YouTube oder archive.org streamen.

Maria Schrader: Von Hader bis Hollywood

Als Schauspielerin in Filmen wie „Aimée und Jaguar“ (Disney+) reüssiert die gebürtige Hannoveranerin Maria Schrader bereits seit den späteren 1980er-Jahren, doch seit sie in „Vor der Morgenröte“ (Netflix) Stefan Zweigs Lebensabend mit einem ungewohnt melancholischen Josef Hader in kunstvolle Szene setzte, ist sie den meisten als Regisseurin bekannt. Und ihr Stern steigt rasant: Der beachtliche Erfolg der von Schrader gedrehten Netflix-Serie „Unorthodox“ stellte sie einem internationalen Publikum vor, letztes Jahr fand ihr Berlinale-Beitrag, die Roboter-Romanze „Ich bin dein Mensch“, (derzeit kostenfrei in der ARD-Mediathek), Anklang bei Kritik und Publikum. 2022 steht der Sprung nach Hollywood bevor: Schraders Verfilmung des Sachbuch-Bestsellers „She Said“ – mit Carey Mulligan und Zoe Kazan als Journalistinnen, die den Weinstein-Skandal ins Rollen bringen – soll heuer ins Kino kommen.

„Scream 5": Der Killer kommt mit Augenzwinkern

Wie originell das doch 1996 noch wirkte, als Wes Cravens Schocker „Scream“ (Sky) uns die Regeln des Horrorkinos verlas, nur um als Kommentar auf den Schematismus des Genres auf clevere Weise mit ihnen zu spielen! Der Schmäh alterte schnell – und ist inzwischen ziemlich abgeschmackt. Doch die Horror-Reihe selbst fand immer wieder Wege, sich gewitzt neu zu erfinden, ob in Fortsetzungen (Teile zwei und drei auf Sky) oder in einer „Scream“-Serie (Netflix). Am 13. Jänner startet Teil fünf in den Kinos.

Ulrich Seidl: Liebe, Triebe, Hiebe

Es ist eine Weile her, dass Österreichs einstiges Regie-Enfant-terrible Ulrich Seidl, mittlerweile staatstragender Kunstfilm-Altvorderer, zuletzt mit einem neuen Wurf für Aufsehen sorgte: 2016, mit der Wildjägerdoku „Safari“. Die große Spielfilm-Trilogie „Paradies“ liegt noch weiter zurück. Seit 2017 werkelt Seidl, der sich derweil vor allem als Produzent und Nachwuchsförderer bemerkbar machte, an seinem nächsten Hauptwerk „Böse Spiele“ (mit Georg Friedrich und Michael Thomas). Vielleicht ist 2022 das Jahr, in dem es endlich im Festivalrahmen Premiere feiert. Zur Vorbereitung kann man sich Seidls (rund um die ebenso triste wie lustige Bestie Mensch kreisendes) Œuvre auf den neuerdings drei heimischen Streaming-Plattformen ansehen: beim Kino VOD Club, auf Flimmit oder bei WatchAUT.

„Avatar 2": Rückkehr nach Pandora

Aus heutiger Sicht kaum zu glauben, wie ekstatisch die Begeisterung für James Camerons Sci-Fi-Spektakel „Avatar“ (Disney+) 2009 ausfiel: Nicht nur, dass Hinz und Kunz ins Kino stürmten, um blauen Männchen beim Hirschen durch Paradieslandschaften zuzuschauen – manche verfielen angesichts der Tatsache, dass es den Regenwaldplaneten Pandora gar nicht gibt, sogar in tiefe Depression. Hauptgrund des Hypes war freilich der technische Kraftakt des Films: Computeranimation mittels lebensechter Bewegungserfassung der Hauptdarsteller, eingepflanzt in eine atemberaubende, stereoskopische Digitalumgebung – all das steckte damals noch in den Kinderschuhen.

Seither tüftelt Techno-Maestro Cameron an den Fortsetzungen: Fast schon ein Hollywood-Treppenwitz. Doch im Dezember 2022 soll „Avatar 2“ wirklich das Licht der Leinwand erblicken. Und das Verblüffungsvermögen von Mr. „Titanic“ (Disney+) sollte man nicht unterschätzen. Bis dahin kann man nebst Cameron-Klassikern wie „Aliens“ (Amazon) oder „Terminator 2“ (Disney+) auch dessen Tiefsee-Leidenschaft nachverfolgen, verewigt in diversen Cameron-Dokus auf Disney+. Trockenübungen: Angeblich wurden auch Teile von „Avatar 2“ unter Wasser gedreht.

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