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Kritische Infrastruktur rüstet gegen Omikron

Blaulichtorganisationen haben bereits mit dem Aufrüsten gegen die Omikronwelle begonnen.
Blaulichtorganisationen haben bereits mit dem Aufrüsten gegen die Omikronwelle begonnen.APA/Hans Punz
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Um zu viele Ausfälle zu vermeiden, bereiten sich immer mehr Einrichtungen auf die bevorstehende Infektionswelle vor.

Die rasche Ausbreitung der deutlich ansteckenderen Omikron-Variante könnte sowohl bei der kritischen Infrastruktur als auch bei den österreichischen Unternehmen zu schweren Kollateralschäden führen. Fallen etwa zwanzig Prozent der Erwerbstätigen gleichzeitig aus, könnte rund eine Milliarde Euro an Wertschöpfung verloren gehen, warnte das Momentum-Institut am Freitag.

Aus diesem Grund lockert die Bundesregierung die Quarantänebestimmungen. Und zwar für dreifach Geimpfte und für Genesene mit mindestens einer Impfung (diese Gruppen gelten ab Samstag nicht mehr als Kontaktpersonen) – und auch für nur ein- oder zweifach geimpfte oder ungeimpfte Kontaktpersonen. Arbeiten letztgenannte Gruppen in „systemrelevanten“ Branchen, dürfen sie künftig – nach täglicher Vorlage eines negativen Tests und mit FFP2-Maske – weiter arbeiten gehen.

Vom Pfleger bis zur Reinigungskraft

Und auch den Begriff „systemrelevant“ fasst die Regierung deutlich breiter als bisher. So finden sich auf der Liste des Gesundheitsministeriums nicht nur Einsatzkräfte, Ärzte, Pfleger und Mitarbeiter von kritischen Infrastrukturen wie der Energie- und Wasserversorgung, Müllabfuhr etc. Weiterarbeiten dürfen auch Lehrerinnen und Kindergartenpädagogen sowie alle Mitarbeiter, die notwendig sind, um die Grundbedürfnisse des täglichen Lebens abzudecken oder um großen technisch-wirtschaftlichen Schaden abzuwenden, wenn es in der Industrie ansonsten zu Betriebsunterbrechungen kommen würde.

Zu den Grundbedürfnissen des täglichen Lebens zählt der Einkauf ebenso wie Telekommunikation sowie alle Unternehmen in der Lebensmittelbranche. Vom Nudelfabrikanten bis zum Fleischhauer dürfen alle Lebensmittelverarbeiter künftig auch ungeimpfte Mitarbeiter, die Kontakt mit einem Infizierten hatten, unter bestimmten Auflagen weiter zur Arbeit rufen.

Das gilt allerdings nicht für alle Personen, die bei systemrelevanten Betrieben beschäftigt sind, sondern lediglich für tatsächlich versorgungskritisches Personal, also für Personen, deren Anwesenheit am Arbeitsort zwingend erforderlich ist, um unverhältnismäßigen Schaden abwenden zu können. Die Einstufung als versorgungskritisches Personal ist eine Einzelfallentscheidung und liegt im Ermessen der lokalen Gesundheitsbehörde. Grundsätzlich stehen Reinigung, Desinfektion, Schädlingsbekämpfung, Lagerung, Transport und Logistik von Lebensmitteln und Agrarprodukten, Produktion von Verpackungen und Medien auf der Liste. Indessen haben sich etliche Einrichtungen auf die bevorstehende „Omikron-Wand“ vorbereitet.

Verschiedene Teams bei der Polizei

Zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes gibt es bei der Polizei eine strikte Teamtrennung in allen Organisationseinheiten, wo möglich. Weiters wird Kontaktminimierung vorgeschrieben. Besprechungstermine werden digital durchgeführt. Die Maßnahmen werden, je nach Lage, stufenweise umgesetzt, so Innenressort-Sprecher Patrick Maierhofer. Ein mögliches Szenario wäre, dass man durch die frühzeitige Sperrstunde der Gastronomie den Nachtdienst reduziert, dafür die Tagdienste aufstockt. Das müsse man sich aber „je nach Lageentwicklung ansehen“.

In einem Stufenplan hat etwa der Wiener Gesundheitsverbund zunächst für die Bettenkapazität Vorsorge getroffen. Was die Mitarbeiter anbelangt, so setzt man jetzt verstärkt auf eine strikte Diensteinteilung. Mitarbeiter arbeiten demnach in verschiedenen fixen Teams, um die sogenannte Kreuzkontamination zu vermeiden. Zusätzlich verspricht man höchste Sicherheitsstandards, Hygieneregelungen und die entsprechende Schutzkleidung.

Um Strom und Fernwärme zu garantieren, haben sich 50 Mitarbeiter der Wien Energie am Freitag für vorerst vier Wochen im Kraftwerk Simmering und drei Müllverbrennungsanlagen in Isolation begeben. Das Essen wird von außen kontaktlos zugeliefert. Die Schlafräume sind getrennt: für Schnarcher und Nichtschnarcher.

Pläne für Personalausfälle

Bei größeren Personalausfällen im öffentlichen Verkehr würden bereits Pläne vorliegen, die bei Bedarf sofort in Kraft treten, so die Sprecherin der Wiener Linien. Details wollte sie nicht bekannt geben. Entscheidend sei eine strenge Maskenpflicht, die intern kontrolliert werde. Auch in den Pausenräumen werde auf die Abstandsregel und die Maskenpflicht hingewiesen.

Die Rewe-Group (Billa, Penny, Bipa, Adeg) hat für den Lebensmittelhandel je nach Unternehmensbereich Stufenpläne erarbeitet. Dabei setzt man auf bewährte Maßnahmen wie möglichst engmaschige 3-G-Kontrollen, FFP2-Masken-Pflicht, bei Bedarf auch auf Zugangsbeschränkungen für Kunden, die durch die Einkaufswagen-Ausgabe geregelt werden können. Home-Office soll überall dort stattfinden, wo es möglich ist.

In den sensibleren Bereichen wie der Logistik wird in geteilten Teams gearbeitet. Für die Personalbereitstellung in den Märkten sind Springer-Teams einsatzbereit. Also Personen, die in mehreren Märkten in unterschiedlichen Funktionen einspringen können.