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Quergeschrieben

„Wenn das Absurde real wird und das Abscheuliche alltäglich“

Demonstranten Kapitol
Was sich am 6. Jänner 2021 vor den Augen der Öffentlichkeit abspielte, war so irreal, dass es fassungslos machte.APA/AFP/SAUL LOEB
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Warum die Ereignisse in den USA seit dem 6. Jänner 2021 zu interessieren haben: Die Prophezeiungen des Untergangs der Demokratie dürfen sich nicht bewahrheiten.

Die Stunde, in der John F. Kennedy am 22. 11. 1963 erschossen wurde. Die Älteren werden sich noch genau erinnern, wo sie waren. Die Stunde, in der die Türme des World Trade Center in New York am 11. September 2001 in sich zusammenbrachen. Die Mittleren werden sich genau erinnern, wo sie waren. Die Stunde, in der am 6. 1. 2021 ein Mob das Parlament in Washington stürmte, Menschen starben und Politiker um ihr Leben zitterten. An sie wird sich die Welt nicht so intensiv erinnern.

Was sich hier vor den Augen der Öffentlichkeit abspielte, war so irreal, dass es fassungslos machte. Der Angriff der brüllenden, gewaltbereiten Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump auf die Demokratie ist für das Schicksal der USA jedoch bedeutender als die Ereignisse der Jahre 1963 und 2001. Seit der Amtszeit Trumps wird immer öfter von der Gefahr totalitärer Strukturen geredet und geschrieben, seit dem 6. Jänner 2021 von drohender Diktatur, von Bürgerkrieg und davon, dass die Trump-Administration nur eine „Aufwärmphase“ war für das Ende der US-Demokratie und den Beginn einer antidemokratischen, autoritären Zeit.