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Papst Franziskus besucht Asylwerber und Migranten in Zypern.
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Expedition Europa

Wen hat der Papst nicht mitgenommen?

Unser Autor Martin Leidenfrost zu Besuch bei den Asylsuchern und Migranten auf Zypern. Der Papst hatte 50 von ihnen die Einreise nach Italien ermöglicht.

Als Papst Franziskus im Dezember Zypern besuchte, ließ er die Übersiedlung von 50 Migranten nach Italien organisieren. Unter ihnen waren zwei Kameruner, die den Fehler gemacht hatten, ihren Asylantrag bei den UNO-Friedenstruppen zu stellen, und fortan im Niemandsland der Pufferzone zeltend festsaßen, sowie Menschen aus einem überfüllten Abschiebelager, die direkt zum Flieger nach Italien gebracht wurden. Ich wollte mit jenen reden, die der Papst nicht mitgenommen hatte.

Ich fand Zypern verändert vor. Das türkisch okkupierte Nordzypern war dank Massen zahlender afrikanischer Studierender schon länger die afrikanischste Region Europas gewesen, nun gehören junge Männer asiatischer und afrikanischer Herkunft auch im Süden zum Straßenbild. Ähnlich wie Weißrussland wird auch die Türkei verdächtigt, Migration zwecks Destabilisierung der EU zu befördern.

An einem sonnigen Vormittag stand ich in Nikosia vor den stacheldrahtbewehrten Ruinen der Pufferzone. Darin eingefügt war ein dreiteiliger Steinbau: in der Mitte die kleine finstere katholische Heiligkreuzkirche, rechts die Nuntiatur mit Garten und BMW, links das kleine Büro der katholischen Caritas, die 10.000 registrierten Migranten Beratung bietet.