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Sie sei „einfach laut“, sagt Tanja aus Klagenfurt. Dabei würde sie sich wünschen, dass es in ihrer Familie ruhiger zuginge. Stricken hilft ihr dabei.
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Kindererziehung

Tabuthema Schreien: Was Eltern tun können, um nicht zu brüllen

Die eigenen Kinder anbrüllen: Niemand will das tun, und es passiert doch. Drei Mütter erzählen, warum sie ihre Kinder regelmäßig anschreien. Was das mit ihrer eigenen Situation zu tun hat und welche Strategien es gibt, um daraus auszubrechen.

Der dreijährige Elias klettert auf den Esstisch. Wieder einmal. „Elias, runter da“, sagt seine Mutter, Anna, die anonym bleiben will. Der Tisch ist – für ein Kleinkind – hoch, es stehen Tassen mit heißem Kaffee herum. „Geh runter vom Tisch.“ Sie wiederholt den Satz. So und so ähnlich, viele Male. Elias hört nicht auf sie. Und dann explodiert Anna – und fängt an zu schreien. Eigentlich weiß sie, dass sie das nicht sollte. Dass Elias trotzdem nicht tut, was sie sagt, egal wie laut sie brüllt. „Eigentlich müsste ich meine Wut zügeln können“, sagt sie zerknirscht. Aber sie hat das Gefühl, sie kann nicht anders. Anna hat versucht, ihr Verhalten zu ändern. Sie hat Bücher gelesen. Versucht, Tipps zu befolgen: Dass man sich drei Sekunden Zeit nehmen soll, durchschnaufen, aus dem Raum gehen. „Es gelingt mir nicht. Oder zu selten.“

Das Internet ist voll von Tipps, wie sich solche „Auszucker“ vermeiden lassen sollen. Da werden „12 Alternativen dazu, deine Kinder anzuschreien“ geboten – vom lauten Singen bis dazu, seine Wut an einem Klotz Ton abzuarbeiten (und die Emotion gleich wieder produktiv zu verarbeiten, als müsste alles immer nützlich sein).

Ein Stück mehr in die Tiefe ging die Amerikanerin Sheila McCraith in ihrem Besteller „Erziehen ohne auszurasten“, in dem sie ihren eigenen Weg von einer schreienden zu einer ruhigen Mutter beschrieb. Für die Autorin war das ein langer Prozess mit vielen Erkenntnissen über sich selbst. Denn hier liegt das Problem, wieso die gut gemeinten Tipps nicht funktionieren: Es geht nicht um die Zeit zwischen der ersten Wut bis zum ersten Schrei – sondern um die Zeit davor und danach.