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Pandemie

Wegen Omikron: "Jugendliche von Impfpflicht befreien"

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Unter anderem weil Jugendliche selten schwer an Covid-19 erkranken und die Verweigerung, sich impfen zu lassen, zu Konflikten in ihren Familien führen können, fordern Kinderärzte, sie von der Impfpflicht auszunehmen.AFP via Getty Images
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Kinderarzt Reinhold Kerbl, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, sieht in einer verpflichtenden Impfung von Jugendlichen mehr Risiko als Nutzen und fordert die Anhebung der Altersgrenze auf 18 Jahre. Er ist nicht der einzige mit dieser Einschätzung.

Ein mögliches Szenario: Die Eltern einer 15-Jährigen empfehlen ihr, sich zur Erfüllung der Impfpflicht impfen zu lassen, sie verweigert aber – was sie darf, denn sogenannte mündige Minderjährige benötigen für bestimmte medizinische Behandlungen und Eingriffe nicht die Zustimmung ihrer Eltern, sie dürfen deren Entscheidungen sogar widersprechen.

Die Behörden wollen die 15-Jährige daraufhin zur Verantwortung ziehen und verhängen eine Verwaltungsstrafe, nur hat sie nicht genug Geld, um sie zu bezahlen. Wie es weitergeht und welche rechtlichen Konsequenzen sich daraus für sie und ihre Eltern ergeben, ist noch nicht geklärt – Jugendliche in diesem Alter sind jedenfalls nur bedingt strafmündig.

„Von einer reduzierten Geldstrafe für das Mädchen, die es möglicherweise von seinem Taschengeld bezahlen kann, bis hin zur Vermögenspfändung scheint aus heutiger Sicht alles möglich“, sagt Reinhold Kerbl, Kinderarzt und Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ). „Egal, wie die Entscheidung der Politik ausfällt, sie dürfte die Polarisierung und das Aggressionspotenzial in der Bevölkerung, aber auch innerhalb von Familien erhöhen. Was nicht nur zu massiven Dissonanzen und Konflikten führen kann, sondern sich in weiterer Folge auch kontraproduktiv auf eine hohe Impfbereitschaft auswirken könnte.“