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Mein Montag

Lassen wir doch einfach die Masken fallen

APA
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FFP2-Pflicht auch im Freien. Ein guter Grund, sich mit den Wurzeln von Masken zu beschäftigen.

Jetzt also auch im Freien. Andere Länder haben das ja schon vorgezeigt, nun wird auch in Österreich die FFP2-Maske im Außenbereich Pflicht – da, wo man den Mindestabstand von zwei Metern zu anderen nicht einhalten kann. Ja, am liebsten würde man da die Maske einfach fallen lassen. Allerdings versteckt sich hinter dieser Redewendung auch, dass man dann sein wahres Gesicht zeigt. (Ist Ihnen eigentlich aufgefallen, dass Maskengegner, die nach Coronademos ohne Maske in die Straßenbahn einsteigen, oft besonders unangenehm lächeln?) Aber gut, reden wir über die Maske.

Der Begriff hat ja in den vergangenen zwei Jahren eine ziemliche Bedeutungsverschiebung erlebt – dachte man früher vor allem an Faschingsverkleidung, ist die erste Assoziation heute jene mit Mund-Nasen-Schutz (mittlerweile auch eher am Aussterben, oder?) und FFP2. Das Wort selbst wurde aus dem Französischen entlehnt – masque wiederum geht auf das italienische maschera zurück, doch hier verläuft sich die Spur. Vermutet wird, dass in diversen romanischen Formen masakaro so viel wie „mit Ruß bedeckt“ bedeutete, was sich in der Form „geschwärztes Gesicht“ verbreitete. Daneben gibt es auch eine umstrittene These, dass nämlich das arabische Mashara dahintersteckt, was je nach Kontext so viel wie Blödsinn, Scherz oder lächerlich bedeutet. Jedenfalls verwandt mit der Maske ist aber das Maskottchen, also der Glücksbringer – der Begriff hat sich aus der gleichen Wurzel masca gebildet, was so viel wie Hexe bedeutete. (Auch hier wieder die schwarze dämonische Gestalt – der Ruß, Sie wissen schon.)

Ein mittlerweile nicht mehr so häufig verwendeter Begriff für Maske ist übrigens Larve – vom lateinischen larva, also Gespenst. Nun, dann machen wir das Beste draus. Betrachten wir die Welt halt für einige Zeit einfach als einen riesigen Maskenball. Lei lei, oder so!

E-Mails an: erich.kocina@diepresse.com