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Bühne

Jason verrät seine Medea jetzt in der Talkshow

Ferieninsel-Feeling mit bunten Cocktails: Ist dieses Iolkos wirklich kultivierter als Medeas Heimat Kolchis?Pertramer/Rabenhof
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Der Mythos von der Kindsmörderin als vergnügliches Kinderstück? Im  Wiener Theater Rabenhof geht das.

Will man Kindern unterhaltsam den Medea-Mythos näher bringen, türmt sich ein Hindernis auf, und das ist das Ende: Die Frau bringt ja ihre eigenen Kinder um . . . Als im Rabenhof vor einigen Jahren eine köstliche „Nibelungen“-Bearbeitung gezeigt wurde, waren am Ende fast alle tot, es war ein einziges (gegenseitiges) Männerschlachten. Das junge Publikum aber war wenig schockiert – es kommt halt doch darauf an, wer humoristisch unter die Erde gebracht wird . . .

Der antike Mythos hat im Rabenhof ein anderes, cleveres Ende. Medeas Kinder gibt es hier gar nicht. Dafür König Pelias, der neben der Strandbar auf einem Badewärter-Aufsichtsstuhl thront, mit einer Kette aus Gummientchen um den Hals. Als Neffe Jason mit dem geraubten Goldenen Vlies und seiner Helferin Medea zurückkommt und nicht wie versprochen den Thron dafür bekommt, landet Pelias dank der zauberkundigen Medea zerstückelt im Kochtopf. Dorthin hat ihn ausgerechnet Pelias' engster Vertrauter hinbefördert, im Glauben, das sei eine Verjüngungskur. Leider wird Medea die Beseitigung des fiesen Königs nicht gedankt, sie und Jason fliehen mit dem Vlies zu König Kreon.