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Fünfte Corona-Welle

Neues Allzeithoch: 17.006 Corona-Neuinfektionen in Österreich

++ THEMENBILD ++ HANDEL VOR LOCKDOWN
Innerhalb der vergangenen 24 Stunden waren 17.006 PCR-Tests positiv.APA/TOBIAS STEINMAURER
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Omikron lässt die Infektionszahlen in Österreich in bisher unerreichte Höhen schießen. In den Spitälern gehen die Zahlen noch zurück: Heute werden 909 Hospitalisierte und 242 Intensivpatienten gemeldet. Seit gestern sind zehn Menschen verstorben.

Die Prognosen haben sich bewahrheitet: Die Omikron-Welle hat Österreich fest im Griff. Heute melden die Ministerien 17.006 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden - so viele wie noch nie in dieser Pandemie. Der bisherige Höchstwert lag bei 15.809 neuen Fällen am 19. November während der vierten Welle mit der Delta-Variante. An diesem Tag gab es 2871 hospitalisierte Corona-Patienten und mit 520 mehr als doppelt so viele Schwerkranke auf den Intensivstationen wie am heutigen Tag. Derzeit werden in den Krankenhäusern 909 Covid-19-Patienten behandelt, 242 davon brauchen eine intensivmedizinische Betreuung.

Am Dienstag wurden noch 11.516 neue Fälle gemeldet - damit ist die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden um 48 Prozent angestiegen. Das deckt sich auch mit der letztwöchigen Einschätzung des Covid-Prognosekonsortiums, das von bis zu 17.000 Neuinfektionen und einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 1.000 ausgegangen war. Die Inzidenz pro 100.000 Einwohnern steigt heute auf 835,8. Der Schnitt der vergangenen sieben Tage klettert auf 10.666, also deutlich unter dem heutigen Wert.

Ob die Omikron-Variante Auswirkungen auf die Spitalsbelegung hat, ist noch unklar. Zuletzt war die Zahl der Covid-Patientinnen und -Patienten in den Spitälern stabil. Derzeit liegen 909 Patientinnen und Patienten wegen einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus, das sind um 19 weniger als am Vortag. Davon mussten 242 Menschen intensivmedizinisch betreut werden. Diese Zahl sank seit gestern um 14 und ist innerhalb einer Woche um 67 Patienten zurückgegangen. 

Seit gestern sind zehn Menschen mit einer Corona-Infektion verstorben. Innerhalb der vergangenen Woche gab es 80 Todesopfer. Seit Beginn der Pandemie haben 13.882 Infizierte ihr Leben verloren.

Höchststand in Wien

Allein in Wien waren es heute 5573 Neuinfektionen - das ist auch für die Bundeshauptstadt ein noch nicht dagewesener Höchststand und entspricht einem Anstieg um 60 Prozent binnen 24 Stunden. Auch der Sieben-Tages-Schnitt ist in Wien mit 3131 so hoch wie noch nie. Die Sieben-Tages-Inzidenz klettert auf 1141,1.

Nur in Tirol und Salzburg liegen die Inzidenzen noch höher. Bei 2466 Neuinfektionen verzeichnet das Bundesland Salzburg mit 1644 die höchste Inzidenz. In Tirol liegt die Inzidenz bei 1317, es werden 1594 neue Fälle gemeldet.

Unter den restlichen Bundesländern weisen nur noch das Burgenland (327,7) und die Steiermark (476,4) eine Inzidenz unter 500 auf. In Kärnten liegt sie bei 515, in Niederösterreich bei 639,7, in Oberösterreich bei 659,4 und in Vorarlberg bei 758,7.

„Wir fahren auf Sicht"

Strengere Maßnahmen werden den Zahlen vorerst nicht folgen, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) im Pressefoyer nach dem Ministerrat. "Diese Zahlen sind seit 14 Tagen prognostiziert und daher keine Überraschung." Österreich habe im Vergleich zu anderen Ländern in Europa einen "sicheren Weg" gewählt. Ziel sei es weiterhin, einen Lockdown zu verhindern und das Land am Laufen zu halten. Das Prognosekonsortium geht allerdings in seiner aktuellen Einschätzung davon aus, dass demnächst bis zu 30.000 neue Fälle pro Tag erreicht werden könnten.

"Mit Delta hätten wir Anfang Dezember eine gute Ausgangslage gehabt, aber dann kam Omikron und hat alles durchgemischt", sagte Mückstein. Dennoch seien weitere Verschärfungen nicht nötig, weil die Auslastung der Intensivstation derzeit bei zwölf Prozent liege. Bei Delta sei jeder vierte Hospitalisierte auf der Intensivstation gelandet, bei Omikron ist es nur jeder zehnte. "Wir fahren auf Sicht." Die heutigen Rekordzahlen seien bei der Entscheidung über die geltenden Maßnahmen berücksichtigt, so der Minister. Der Weg aus der Pandemie bleibe die Impfung, bekräftigte Mückstein und kündigte eine Informationskampagne in den kommenden Wochen an. "Das wichtigste Thema beim Impfen ist Information."

71,1 Prozent mit gültigem Impfschutz

Bei der Aktualisierung der Testzahlen kam es am Mittwoch zu technischen Problemen. Die Apotheken- und Betriebstestungen konnten nicht aktualisiert werden. Ohne diese Tests wurden österreichweit innerhalb von 24 Stunden 904.584 PCR-Tests ausgewertet. Aktuell laborieren 96.548 Menschen in Österreich an einer Corona-Infektion. Das sind wieder um 11.922 Fälle mehr als am Tag zuvor.

Derzeit haben 6.350.909 Menschen in Österreich ein gültiges Impfzertifikat. Das entspricht 71,1 Prozent der Bevölkerung. 74,6 Prozent haben zumindest eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Am 11. Jänner wurden österreichweit 51.401 Impfdosen verabreicht. Davon handelte es sich bei 33.463 bereits um den dritten Stich. Insgesamt haben sich bereits rund 44% der Menschen in Österreich die Auffrischungsimpfung geholt. Von den am Dienstag verabreichten Dosen waren 5.093 Erststiche, das sind 9,91 Prozent. 12.845 Impfungen waren Zweitstiche und 33.463 Drittstiche.

Am höchsten ist die Schutzrate (gültiges Impfzertifikat) immer noch im Burgenland mit 76,8 Prozent. In Niederösterreich haben 73 Prozent der Bevölkerung einen validen Impfschutz, in der Steiermark 71,2 Prozent. Nach Wien (70), Tirol (69,9), Salzburg (68,1), Vorarlberg (68) und Kärnten (67,8) bildet Oberösterreich das Schlusslicht mit 66,9 Prozent.

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Bisher keine Grippewelle

Während die Coronazahlen in die Höhe schießen, kamen vergleichsweise gute Nachrichten bezüglich Influenza: Laut Zentrum für Virologie der MedUni Wien gibt es in Österreich derzeit nur sporadische Virusnachweise. In der vergangenen Woche wurde allerdings erstmals eine Doppelinfektionen mit Influenza A(H3N2) und SARS-CoV-2 nachgewiesen.

Zudem gibt es eine zunehmende Influenzavirusaktivität in Europa. In dieser Woche meldeten Frankreich und die Ukraine erstmals regionale Influenzaaktivität. Aus den Benelux-Staaten und den baltischen Staaten wird ebenso wie aus den österreichischen Nachbarländern Deutschland, Slowakei und Ungarn bereits von sporadischen Influenzavirusnachweisen berichtet.

(red./APA)