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Polarisierende Miniserie "Eldorado KaDeWe" ist ein Hit in der ARD-Mediathek

Eldorado KaDeWe - Jetzt ist unsere Zeit
Lia von Blarer, li., und Valerie Stoll in "Eldorado KaDeWe"(c) ARD Degeto/RBB/Constantin Film/U
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"Eldorado KaDeWe" irritierte Teile des Publikums: Zwar spielt die Serie in der Zwischenkriegszeit – aber im Hintergrund sieht man das moderne Berlin.

Die Serie "Eldorado KaDeWe" über das legendäre Berliner Luxusgeschäft Kaufhaus des Westens (KaDeWe) spielt in den 1920er Jahren, zwischen Exzessen im brodelnden Nachtleben, Inflation und dem vielzitierten "Tanz auf dem Vulkan“ vor der Nazi-Diktatur. Im Mittelpunkt steht ein lesbisches Liebespaar: Fritzi Jandorf, Tochter des Kaufhausdirektors, verliebt sich in die Verkäuferin Hedi. Für die ARD-Mediathek ist die Serie ein Hit: Innerhalb von drei Wochen wurde sie 5,1 Millionen Mal abgerufen.

"Durchschnittlich hatte die Serie 850.000 Streamviews pro Folge", teilte eine Sprecherin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) für den Zeitraum 20. Dezember bis einschließlich 8. Jänner mit. Nach derzeitigem Stand ist die Serie mit Valerie Stoll in der Hauptrolle noch bis Ende März (27.3.) in der Mediathek verfügbar.

Die ARD hatte die sechs Folgen von je etwa 45 Minuten Dauer am 20. Dezember online gestellt. Am 27. Dezember zeigte das Erste - sehr ungewöhnlich - alle sechs Folgen an einem einzigen Abend hintereinander weg im TV. Dem Medienmagazin "DWDL.de" zufolge sahen dabei jede Episode im Schnitt 2,6 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer.

Baukräne und Graffiti

Bei dieser polarisierte die Miniserie: Nicht die gezeigte Welt homosexueller Frauen führte zu vielen Reaktionen, sondern das Rundherum. Denn zwar spielt "Eldorado KaDeWe" in der Zwischenkriegszeit, doch man sieht viel aus dem modernen Berlin: heutige Autos, Baukräne, Graffiti, Werbung, modern gekleidete Leute.

Die Regisseurin Julia von Heinz ("Und morgen die ganze Welt") hat die moderne Großstadt bewusst miteinbezogen: "Ich wollte dem Berlin der 1920er visuell möglichst nah kommen", schrieb von Heinz. "Das war eine laute tosende Großstadt voller Verkehr, Busse und Hochbahn. Das heutige Berlin ist dem viel ähnlicher als jede Kulisse in Babelsberg. Ich wollte eine visuelle Brücke ins Jetzt schlagen, da viele Themen uns bis heute beschäftigen.“

Viele Themen der Serie sind noch heute aktuell: Antisemitismus, Emanzipation, Freiheit und sexuelle Selbstbestimmung. Im Berlin nach dem Ersten Weltkrieg lebten deutlich mehr Frauen als Männer. Die Erzählung der Serie spiegelt das, und es passt zur heutigen Debatte, die mehr Frauen im Fernsehen einfordert.

>> "Eldoradro KaDeWe" in der ARD-Mediathek

(APA/dpa)