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Kabarett: Thomas Maurer versucht zu gendern

Thomas Maurer bei der Premiere am Dianstagabend in der Stadthalle.
Thomas Maurer bei der Premiere am Dianstagabend in der Stadthalle.(c) Ernesto Gelles
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In seinem neuen Programm „Zeitgenosse aus Leidenschaft“ zeigt Maurer, dass das schlechte Gewissen eine natürlich Obergrenze hat. Ein Roadtrip im Minimalformat, sehr gelungen.

Wie aktuell kann ein Kabarett sein, das die medial bestimmenden Themen des vergangenen Jahres ausspart? Das Pandemie und Dreifachwechsel im Bundeskanzleramt quasi ignoriert? Sehr aktuell, wie Thomas Maurer am Dienstagabend mit seinem wirklich gelungenen Programm „Zeitgenosse aus Leidenschaft“ zeigte. Als Requisiten nur einen Sessel und manchmal seine Schuhe zu Hilfe nehmend, denkt Maurer darin ein großes gesellschaftliche Thema des vergangenen Jahres durch: Die vernünftige, die richtige Lebensführung. Schließlich wurde das Urteilen darüber letzthin zum Volkssport.

Es ist ein Roadtrip im Minimalformat, den Maurers namenlose Bühnenfigur unternimmt. Eine Autofahrt mit dem Ziel, einen Poolreiniger zu erwerben. Irgendwann wundert sich der Fahrer darüber, dass er mit brennender Zigarette und Leberkäsesemmel im Auto sitzt, obwohl er ja eigentlich nicht mehr Autofahren wollte, mit dem Rauchen aufgehört hat und generell auf Fleisch verzichtet. In hohem Tempo geht es hin und her zwischen fein verwobenen Themen: Azteken und Kapitalismus, Andreas Hofer und afghanische Terroristen, Jeff Bezos und der Klimawandel. Die Leberkäsesemmel ist beinahe schon ein Leitmotiv, das Thema Bodenversiegelung verknüpft Maurer mit Beethovens sechster Sinfonie.