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Quergeschrieben

Wie Omikron die Maßnahmenbefürworter spaltet

Impfstraße in Wien
„Vaxxed and done“? So einfach ist es nicht.Die Presse/Clemens Fabry
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Die neue Welle stellt unsere Geduld auf die Probe. Wieso man trotzdem nicht einfach „Ich bin raus“ sagen kann.

„Ich bin raus!“, verkündete der deutsche Autor Jan Fleischhauer vergangenes Wochenende. „Das war der Moment, in dem mich das RKI und die Corona-Experten verloren“, lautet der Untertitel seiner Kolumne im „Focus“. Liest man den gesamten Artikel von Fleischhauer, der Überspitzung selten abgeneigt, ist seine Botschaft jedoch deutlich weniger provokant: „Ich werde mich weiter an die Regeln halten. Ich werde nur nicht mehr mein ganzes Leben an den Schaubildern ausrichten, die das Schlimmste annehmen.“

Fleischhauer hatte seinen Weihnachtsurlaub auf Lanzarote verbracht, obwohl die deutsche Regierung von nicht notwendigen Reisen abgeraten hatte. Sichtlich verspürte er einen Drang, sich für seine Entscheidung zu rechtfertigen. Und traf damit einen Nerv – denn der Artikel wurde in den sozialen Medien Tausende Male geteilt, die Reaktionen reichten von Zuspruch bis zum Vorwurf, Coronaleugnern in die Hände zu spielen.

Die Omikron-Welle hat neue Einstellungen zum Umgang mit dem Virus geschaffen – und zwar unter jenen, die als MaßnahmenbefürworterInnen lang einheitlich auftraten. Zwei Jahre befolgten sie die Regeln, trugen Maske, hielten Abstand und schrubbten Hände. Sie ließen sich impfen und boostern und versuchten, die Zögerlichen von der Sinnhaftigkeit der Immunisierung zu überzeugen.