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Als Schostakowitschs Lady Macbeth

Zum Tod von Maria Ewing

Im Alter von 71 Jahren ist die amerikanische Singschauspielerin Maria Ewing gestorben. Sie sang in Salzburg unter Böhm und Karajan und war eine der führenden Künstlerinnen der New Yorker Met.

Die Amerikanerin, in Cleveland und New York ausgebildet, machte Mitte der Siebzigerjahre eine Blitzkarriere und war quasi über Nacht an einigen bedeutenden Häusern zu erleben. Ihr Bühnentemperament sicherte ihr in einer Zeit, da Publikum und Regisseure mehr und mehr auch auf die optische Präsenz der Darsteller achteten, sogelich höchste Aufmerksamkeit. Bei Ewing, Tochter einer Holländerin und eines Afro-Amerikaners, war es stets die blutvolle Darstellung der Charaktere, die Zuschauer und Kritiker überzeugte. Dass sie auch mit ebenso charakteristischer Stimme und guter Stimmbeherrschung sang, nahm man befriedigt zur Kenntnis.

In der legendären Verfilmung von Mozarts »Figaros Hochzeit« unter Karl Böhms Leitung durch Jean Pierre Ponnelle (DG) gab Ewing an der Seite von Mirella Freni, Hermann Prey, Kiri Te Kanawa und Dietrich Fischer-Dieskau den Cherubin, ganz frecher Backfisch in einem damals schon etablierten, luxuriösen Ensemble. Dass sie später auf die "verruchten" Partien zwischen Poppea, Carmen, Salome, Schostakowitschs Lady Macbeth sowie Alban Bergs Lulu und »Wozzeck«-Marie abonniert war, verwundert nicht. Eine Zeitlang war sie mit Regisseur Peter Hall verheiratet. Aus der Ehe, die 1990 geschieden wurde, ging die Schauspielerin und Regisseurin Rebecca Hall hervor.

Die New Yorker Met blieb Ewings wichtigstes Haus. Dort hat sie seit ihrem Debüt, 1976 – natürlich als Cherubin – all ihre wichtigen Partien verkörpert.

Am 9. Jänner 2022 ist Maria Ewing in Detroit gestorben.