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Gastkommentar

Jede Dynastie hat ihre Geschichtsschreiber

Peter Kufner
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Das Problem mit Geschichtspropaganda ist, dass sie ewige Feinde – und damit eine ständige Kriegsgefahr – schafft.

Song Gengyi, eine Dozentin der Journalistik aus Shanghai, wurde vergangenen Monat entlassen, weil sie ihre Arbeit gemacht hat. Sie hatte ihre Studenten aufgefordert, die offiziellen Darstellungen des Massakers von Nanjing im Jahr 1937 als Vergewaltigungs- und Tötungsorgie der kaiserlichen japanischen Armee in der damaligen Hauptstadt Chinas zu überprüfen. Und die Lehrerin Li Tiantian, die gegen die Kündigung protestiert hatte, wurde zur Strafe in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Journalisten müssen Fakten überprüfen. Aber weil die Gräueltaten in Nanjing während des Krieges zwischen China und Japan zu einem Grundpfeiler des chinesischen Nationalismus und damit der Propaganda der Kommunistischen Partei Chinas geworden sind, gilt jede kritische Untersuchung dieser Ereignisse als Kritik an der chinesischen Regierung.