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Einspruch

Grillparzer und der österreichische Impf-Absolutismus

AUSTRIA SALZBURG FESTIVAL
Schluss mit "halben Mitteln, halben Wegen"? Tobias Moretti in "König Ottokars Glück und Ende" bei den Salzburger Festspielen 2005.
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Es sollte misstrauisch stimmen, wenn ein Land, das eher das Wurschteln perfektioniert hat, plötzlich weltweiter Vorreiter radikaler Lösungen wird.

Turkmenistan, Tadschikistan, Mikronesien, Indonesien, Ecuador und der Vatikan: Das deutsche Magazin „Der Spiegel“ hat schon recht – die Liste der Länder, denen sich Österreich mit der allgemeinen Impfpflicht anschließen würde, liest sich nicht sonderlich verführerisch. Zählt Österreich hier wirklich zu den Vorreitern eines weisen Wegs, dem die halbe Welt folgen wird?

Nichts soll diesen Weg, einmal eingeschlagen, noch erschüttern, nichts Zweifel an der Verhältnismäßigkeit wecken: weder geänderte Grundbedingungen durch die Omikron-Variante noch das Zerbröseln der Hoffnung auf kollektives Wegimpfen des Virus. Österreich schreitet voran mit dem Impf-Absolutismus. Ob es ein aufgeklärter ist, wie noch zu josephinischen Zeiten, ist die Frage.