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Mündliche Prüfung

Matura: Schüler drohen mit Streiks

Gegen den Entschluss, die mündliche Matura heuer wieder zur Pflicht zu machen, regt sich heftiger Widerstand. Zuspruch kommt überraschend von der FPÖ.

Nachdem Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) am Dienstag eine Rückkehr zur verpflichtenden mündlichen Matura angekündigt hat, wird unter Schülervertretern heftig diskutiert. In einem vom Schulsprecher des Gymnasiums Rahlgasse in Wien, Mati Randow, veröffentlichten Offenen Brief, der von rund 100 Schulsprechern bzw. deren Stellvertretern unterzeichnet wurde, wird betont, dass der heurige Jahrgang aufgrund der langen Phasen des Distance-Learning in den beiden Vorjahren der am meisten betroffene sei.

In den vergangenen beiden Jahren war die mündliche Matura – coronabedingt – nur freiwillig. Die Schulsprecher fordern das nun auch für den heurigen Jahrgang. Darüber hinaus fordern sie eingeschränkte Themenbereiche bei der schriftlichen Klausur sowie eine nur freiwillige Präsentation der Vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA). An einzelnen Schulen, etwa am BRG Hamerling in Linz, wird nun mit einem Schülerstreik gedroht. Randow selbst drohte ebenfalls mit einem solchen auf Oe24, wobei das aufgrund der aufgehobenen Präsenzpflicht schwierig zu organisieren sein dürfte. Zuvor hatte sich auch Bundesschulsprecherin Susanna Öllinger gegen eine verpflichtende mündliche Matura ausgesprochen.

Rückendeckung von der FPÖ

Da es im heurigen Jahr noch zu keiner längeren Phase von Distance-Learning gekommen ist, argumentiert Polaschek hingegen damit, dass die Maturanten heuer die meiste Zeit im Klassenzimmer verbringen konnten. „Ich sehe daher nicht wirklich einen Grund, warum die Matura nicht in der gewohnten Form stattfinden sollte“, sagte er am Donnerstag. Man könne jungen Menschen durchaus etwas zutrauen: „Lehrlinge haben die vergangenen zwei Jahre ihre Lehrabschlussprüfungen ganz ohne Erleichterungen gemeistert. Ich habe daher vollstes Vertrauen in die Maturantinnen und Maturanten, dass auch sie das gut machen werden.“

Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm (ÖVP) stärkte Polaschek den Rücken und verwies auf die am Mittwoch im Ministerrat beschlossenen 4,5 Millionen Euro für zusätzlichen Ergänzungsunterricht. Auch der Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Herbert Weiß, befürwortet den Entschluss. Durchaus überraschend kam auch von FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl Zuspruch. Die SPÖ hatte sich am Mittwoch bereits auf die Seite der Schüler gestellt.

(APA/juwe)