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Der Maulwurf und das Murmeltier

APA/dpa/Roland Weihrauch
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Raus mit den Tannennadeln und der Nostalgie, die Tage werden schon lang wieder länger.

Wenn man an den Christbaumabgabestellen vorbeigeht und die Augen zumacht, riecht es immer noch nach Weihnachten. Das tut es im Wald auch, wirft eine Freundin ein, die sich persönlich dazu beauftragt fühlt, meine Nostalgie zu verjagen.

Das Leben ist Veränderung. Die Tage sind zwar kälter, aber länger, nach Weihnachten ist vor dem Frühling, und in dem Ausmaß, wie Tulpen verkauft werden, kann es nicht mehr lang dauern. Feg die Tannennadeln weg! Den Nadelspuren mitten in der Stadt würde man dennoch gern folgen, zurück in die Wohnzimmer, so wie den Maistrichen in den Dörfern, als die junge Liebe noch regional begrenzt war.

Bis zu Mariä Lichtmess (2. Februar) kann der Christbaum aber noch stehen bleiben, der christlichen Tradition nach zumindest. (Anders sieht das die MA48, deren Abgabestellen nur bis 16. Jänner geöffnet sind.) In Feldkirchen in Kärnten steht auch noch die Weihnachtskrippe, aus der Diebe vor kurzem das Jesuskind stahlen. Das war in einer Polizeimeldung zu lesen. Einen Tag später wurde die Figur, in ein Plastiksackerl gewickelt, von einem Unbekannten zurückgebracht.

Wenn es zu Mariä Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit, besagt eine Bauernregel. Und umgekehrt, falls am 2. Februar schönes Wetter herrscht. In den USA sagt an diesem Tag übrigens das berühmte Murmeltier das Wetter voraus.

Für Brillenträger dürfte indessen das neue Emoji gemacht worden sein, das einen Kopf in eine Art Nebel gehüllt zeigt. So ist die Aussicht, wenn man, korrekt ausgestattet mit Maske, aus dem Kalten ins Wärmere tritt, komplett beschlagen. Die Brille vom Kopf gerissen fühlen sich Kurzsichtige dann wie der Maulwurf beim Verlassen der Höhle. So süß tapsig, aber das rührt den nicht, der den Spaten hält.


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