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Die Türkei ist für mehr als 70 Prozent der weltweiten Haselnuss-Exporte zuständig
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Wirtschaftskrise

Auf die türkischen Haselnüsse kommen düstere Zeiten zu

Bauern können sich Düngemittel aus dem Ausland kaum mehr leisten. Von Nutella-Engpässen ist schon die Rede. Auch Manner blickt sich nach alternativen Feldern um.

Ein rauer Wind weht an der türkischen Schwarzmeerküste. Die Plantagen der Haselnussproduzenten befinden sich zwar noch im Winterschlaf, doch der Ausblick auf die kommende Saison bleibt düster – trotz der Zahlen, die das Statistikamt in Ankara jüngst veröffentlicht hat. Demnach hat die Türkei im vergangenen Jahr mehr als 344.000 Tonnen Haselnüsse in insgesamt 122 Länder exportiert. Ein Rekord. Die Türkei deckt weiterhin mehr als 70 Prozent des weltweiten Haselnuss-Bedarfs. Der langen Tradition verpflichtet, wie es auf der Website der Interessenvertretung FTG heißt.

Doch es sind gerade die kleinen Nüsse vom Fuß des Pontischen Gebirges, die zeigen, in welcher wirtschaftlichen Schieflage sich die Türkei befindet. Das „Wall Street Journal“ brachte Herstellungs- und Lieferschwierigkeiten jüngst so auf den Punkt: Es wird wohl zu Nutella-Engpässen kommen. Gleich mit mehreren Schwierigkeiten müssen sich die Haselnussproduzenten herumschlagen. Zunächst mit dem Preis: Wegen der hohen Schwankungen der Lira lässt sich kaum ein ordentlicher Verkaufspreis vereinbaren, klagen die Bauern. Die Abnehmer wüssten das für sich zu nutzen. Des Weiteren steigen mit dem freien Fall der Lira die Einkaufspreise für Produkte aus dem Ausland. Düngemittel, Pestizide, aber auch die Kosten für Verpackung und Transport können sich insbesondere kleinere Bauern schlicht und ergreifend nicht mehr leisten.