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Interview

Michail Uljanow: "Wir waren am Rand einer unkontrollierten Eskalation"

Russlands multilateraler Botschafter in Wien, Michail Uljanow, sieht keine Alternative zu einem Iran-Atomdeal.
Russlands multilateraler Botschafter in Wien, Michail Uljanow, sieht keine Alternative zu einem Iran-Atomdeal.Daniel Novotny
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Russlands Unterhändler Michail Uljanow erklärt, warum sich Wiener Atomgespräche mit dem Iran so hinziehen und wo das Risiko eines Scheiterns liegt. Er rechnet mit einer Einigung im Februar.

Die Presse: Die Wiener Verhandlungen zur Rettung des Atomabkommens mit dem Iran begannen im April. Hätten Sie gedacht, dass Sie im Jänner 2022 noch immer am Verhandlungstisch sitzen? Was ist schiefgelaufen?

Michail Uljanow: Wir hätten im Juli eine Einigung erzielen können. Aber die Präsidentenwahl im Iran kam dazwischen. Die neue iranische Regierung brauchte fünf Monate, bis sie die Gespräche wieder aufnahm. Auch Bidens Regierung hatte zwei Monate Anlaufzeit, bevor sie Verhandlungen über einen Wiedereinstieg der USA ins Atomabkommen (JCPOA) aufnahm. An den Gesprächen nehmen sechs Parteien teil. Das ist ein langwieriger und zeitraubender Prozess.

Wie nah war man einer Einigung im Juni? Die europäischen Verhandler meinten, es seien drei Viertel erledigt gewesen.

Diese Einschätzungen sind sehr subjektiv. Anfang Juli meinte ich, 90 Prozent der Arbeit seien getan. Wir waren sehr nah dran.

Was hat noch gefehlt?