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Rallye Dakar

Das „Wahnsinnsgefühl“ nach 8375 Kilometern

Matthias Walkner (rechts) jubelt als Dritter mit Sieger Sam Sunderland (Mitte) und dem Zweitplatzierten Pablo Quintanilla.
Matthias Walkner (rechts) jubelt als Dritter mit Sieger Sam Sunderland (Mitte) und dem Zweitplatzierten Pablo Quintanilla.APA/AFP/FRANCK FIFE
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KTM-Pilot Matthias Walkner beendete das legendäre Etappenrennen in Saudiarabien als Gesamtdritter und damit zum bereits vierten Mal auf dem Podest. Auch die saudischen Pionierinnen erreichten das Ziel in Dschidda.

Dschidda. Nach 8375 Kilometer, davon 4258 als Sonderprüfungen, hat KTM-Pilot Matthias Walkner am Freitag das Ziel der Rallye Dakar in Saudiarabien erreicht. Der Salzburger verteidigte auf der letzten Etappe seinen dritten Rang und beendete den prestigeträchtigen Offroad-Klassiker zum vierten Mal auf dem Podest. Den Sieg sicherte sich zum zweiten Mal nach 2017 der Brite Sam Sunderland, der seit heuer für das KTM-Schwesterteam Gasgas fuhr.

„Es ist ein Wahnsinnsgefühl, jetzt gesund im Ziel und am Podium zu sein. Ich habe eine riesengroße Freude und weine dem Sieg keine Sekunde nach“, erklärte Walkner. 6:47 Minuten fehlten ihm als Tages-12. am Ende auf den zweiten Gesamtsieg. „Das ist so gut wie gar nichts. So eng war es noch nie“, meinte der 35-Jährige und erinnerte an die vielen Tücken und Hindernisse, die auf dem einsamen Weg durch die Wüste lauerten. „Es sind so viele und lange Tage, an denen so viel passieren kann. Die vergangenen zwei Dakar-Teilnahmen waren sehr schwer und unglücklich für mich.“ Im Vorjahr (10.) bremsten ihn Atemwegsprobleme und Tinnitus, 2020 (5.) wurde von einem tödlichen Unfall überschattet. 2018, damals noch in Argentinien, hatte der 35-Jährige die Motorradwertung und damit als zweiter Österreicher nach Peter Reif (1997 Trucks) eine Kategorienwertung der Dakar gewonnen.

Auf den letzten 680 Kilometern ging Walkner angesichts des Rückstands nicht mehr volles Risiko, sondern trachtete danach, den Podestplatz abzusichern. Sein Team habe sich „den Allerwertesten aufgerissen, sehr viel am Motorrad herumprobiert und getüftelt. Dass das alles dann nach knapp 40 Fahrstunden so aufgeht, ist natürlich ein Traum“, meinte der Kuchler und freute sich über die Komplettierung der Trophäen-Sammlung. „Jetzt habe ich einen Beduinen in allen Größen daheim.“

Bei den Autos feierte Nasser Al-Attiyah (Toyota) einen Start-Ziel-Sieg und holte zum vierten Mal die Trophäe. Damit rückte der 51-Jährige aus Katar in der ewigen Bestenliste auf Platz zwei vor, gleichauf mit Ari Vatanen aus Finnland. Den überlegenen Rekord hält der Franzose Stephane Peterhansel mit 14 Dakar-Triumphen. Einen Erfolg der anderen Art feierten Dania Akeel und Mashael Al-Obaidan. Die saudischen Pilotinnen erreichten in der T3-Buggy-Wertung als Achte bzw. 16. das Ziel – sie wollten ihren Landsfrauen damit Mut für neue Wege machen.

Den Schlusstag überschattete der tödliche Unfall eines französischen Mechanikers. (red.)

Endstand Rallye Dakar, Motorrad: 1. Sam Sunderland (GBR) GasGas 38:47:30 Std., 2. Pablo Quintanilla (CHI) Honda +3:27 Min., 3. Matthias Walkner (AUT) KTM +6:47.
Autos: 1.
Nasser Al-Attiyah (QAT) 38:33,03 Std., 2.Sebastien Loeb (FRA) BRX +27,46 Min., 3.Yazeed Al-Rajhi (SAU) +1:01,13.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.01.2022)