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Expedition Europa

Heitere Stimmung in Lissabon – trotz Pandemie

Unser Autor Martin Leidenfrost war in Portugal, dem durchgeimpftesten Land Europas, mit wenigen, aber epidemiologisch sinnvollen Maßnahmen. Die Reise hat ihn ein bisschen klüger gemacht.

Diesen Lissabonflug buchte ich auch deshalb, weil Portugal das durchgeimpfteste Land Europas ist. Fast 91 Prozent der Portugiesen haben mindestens eine Dosis erhalten, so gut wie alle Erwachsenen sind geimpft, der ungeimpfte Rest sind großteils Kinder. Ende November wurde ich vom Versuch einer vorausschauenden Pandemiepolitik überrascht: Die portugiesische Regierung verkündete mit mehr als einem Monat Vorlauf eine „Woche zur Eindämmung der Ansteckung“ – einen Lockdown ab 2. Jänner. Ausgerechnet am Tag meiner Ankunft würde ich vor versperrten Cafés stehen. Später entging mir, dass der von Goa-Indern abstammende Premierminister den Beginn der Woche zur Eindämmung der Ansteckung auf den 25. Dezember vorverlegte und den harten zu einem weichen Lockdown abmilderte.

Als ich am Sonntagnachmittag landete, war mir also vollkommen unklar, welche Maßnahmen galten. Die meisten Portugiesen wussten es auch nicht. Das Schöne daran war: Es war schon ein bisschen egal. Genau ein Jahr, nachdem Portugal schwer von Alpha geprüft worden war, führten 40.000 Omikron-Infektionen pro Tag nur noch zu wenigen Todesfällen. Überhaupt das Schönste: Die wenigen Maßnahmen, mit denen ich konfrontiert wurde, waren epidemiologisch sinnvoll. Mein Impfstatus interessierte diesen Staat nicht, auf dem Flughafen wurde nur ein Test mit Ausweis verlangt.