Fußball

Die Tormaschine hofft auf den Ritterschlag

Robert Lewandowski möchte den Titel als Weltfußballer verteidigen.
Robert Lewandowski möchte den Titel als Weltfußballer verteidigen. REUTERS
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Robert Lewandowski hat Bayern München in der deutschen Bundesliga wieder einmal mehr zum Sieg geschossen, heute soll mit der neuerlichen Auszeichnung als Fifa-Weltfußballer die Anerkennung der Fachwelt folgen.

München. Dreimal traf Robert Lewandowski bei Bayern Münchens 4:0-Sieg gegen den 1. FC Köln, es waren seine Bundesligatore Nummer 298, 299 und 300 bei 369 Einsätzen. Nur der legendäre Gerd Müller hat in Deutschland einst noch öfter getroffen. „Die Zahlen sind schon Wahnsinn. Ich hätte nie gedacht, dass ich so viele Tore in der Bundesliga erzielen würde“, sagte der Pole. Seit Jahren wartet die Konkurrenz beim mittlerweile 33-Jährigen auf eine Schwäche, doch der scheint geradezu immer stärker zu werden.

Erst in der vergangenen Saison verbesserte Lewandowski Müllers Uralt-Torrekord und hält seitdem mit 41 Treffern in einer Meisterschaft die Bestmarke. Auch heuer führt der Bayern-Stürmer die Schützenliste mit 23 Toren in 19 Spielen souverän an. „Er ist eine Maschine in der Box, hält überragend den Ball. Und wie er die Tore vollendet, ist einzigartig“, meinte Teamkollege Manuel Neuer.

International muss Lewandowski trotz der rekordträchtigen Zahlen um seinen Platz kämpfen, das belegte nicht zuletzt die knappe Niederlage gegenüber Lionel Messi bei der Vergabe des Ballon d'Or, was für durchaus hitzige Diskussionen bei Experten und Fans sorgte. Bei der heutigen Gala zum Fifa-Weltfußballer (19 Uhr, live ORF Sport+) möchte der Pole mit seinem zweiten Sieg in Folge zurückschlagen, ebenfalls nominiert sind neben dem Argentinier Messi (Paris Saint-Germain) auch Mohammed Salah (Liverpool). Stimmberechtigt sind die Trainer aller Nationalteams, deren Kapitäne sowie je ein Journalist aus jedem Land und die Fans.

In München werden sich die Blicke folglich gespannt nach Zürich richten. Verbunden mit gedrückten Daumen. „Für jeden Fußballer ist es wichtig, wenn du Preise und Titel gewinnst – sowohl auf mannschaftlicher als auch persönlicher Ebene. Ich würde mich sehr freuen, wenn er gewinnt. Verdient wäre es“, erklärte Bayern-Trainer Julian Nagelsmann.

Barças Ausnahmespielerin

Bei der Wahl zur Weltfußballerin des Jahres führt kein Weg an Alexia Putellas, die auch den Ballon d'Or gewann, vorbei. Die 27-Jährige zählt zu den überragenden Akteurinnen beim FC Barcelona und führte den Klub in einer Rekordsaison zum spanischen Meistertitel und souveränen Champions-League-Sieg (4:0 gegen Chelsea). Die Katalaninnen holten in der Meisterschaft 99 von 102 möglichen Punkten, zur schier unglaublichen Tordifferenz von +152 steuerte sie als Mittelfeldspielerin 18 Treffer in 31 Spielen bei. Mit dem spanischen Nationalteam hat Putellas eine stolze Serie von 16 Siegen ohne Gegentor vorzuweisen.

Als Favorit auf den Welttrainer gilt Thomas Tuchel, der mit Chelsea die Champions League gewann. Seine Rivalen sind Pep Guardiola (Meister mit Manchester City) und Roberto Mancini (EM-Titel mit Italien).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.01.2022)


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