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Globetrotter

Kein Platz mehr für Forscher und Hofnarren

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Wie im Furor ist das Putin-Regime jüngst gegen die letzten Nester der Zivilgesellschaft und der Wahrheitssuche vorgegangen.

Man stelle sich vor, die Forschungsstelle Ludwigsburg in Deutschland, die die Verbrechen des Nazi-Regimes untersucht, oder das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, das dieselben Nachforschungen hierzulande betreibt, müssten auf Gerichtsbeschluss ihre Arbeit einstellen. Weil, so die Begründung, diese Institutionen „ein falsches Bild des Dritten Reiches als terroristischer Staat kreiert und verbreitet haben“. Gleichzeitig setzen die Behörden Satiriker wie Gerhard Polt oder Josef Hader auf die Schwarze Liste „ausländischer Agenten“, genauso wie die „Toten Hosen“, weil sie alle mit ihren kritischen Kommentaren zum Zeitgeschehen die gesellschaftliche Stabilität untergraben.

Was für ein Aufschrei weltweit wäre die Folge – und am lautesten wäre er wohl in Russland. Aber genau dort hat sich solches zum Jahreswechsel spiegelbildlich zugetragen. Wie im Furor ist das Putin-Regime gegen letzte noch ausharrende Nester der Zivilgesellschaft vorgegangen und hat die Schrauben der Repression weiter angezogen.