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Pizzicato

Die Ritter der Tafelrunde

König Artus versammelte der Sage nach die Ritter der Tafelrunde auf Camelot.

Einmal im Jahr, im Juni, empfängt auch die Queen auf Schloss Windsor die Ritter des Hosenbandordens in vollem Ornat zur „Klubsitzung“ – dem ältesten und mit zwei Dutzend Mitgliedern exklusivsten Orden der Welt. Ehrensache, dass Mitglieder befreundeter Königshäuser kooptiert sind: Margrethe von Dänemark, der Oranier Willem-Alexander, Felipe von Spanien.

Ein alter Bekannter ist Tony Blair, der sie als Premier stets zur wöchentlichen Audienz aufgesucht hat – und dessen Aufnahme Prinz Philip lang blockiert haben soll. Winston Churchill schlug die Einladung in den Orden nach dem Zweiten Weltkrieg und einer Wahlniederlage zunächst sogar aus: „Wie kann ich vom König den Hosenbandorden annehmen, wenn mir die Leute gerade den Fußtrittorden verpasst haben?“ Frei nach Groucho Marx: „Dem Klub, der mich als Mitglied akzeptiert, möchte ich nicht angehören.“

Und es ist ein Familientreffen, vielleicht ohne Blut, aber mit Schweiß und Tränen. Im Hause Windsor dräut ein Bruderzwist, da Charles die Degradierung Andrews forciert hat. Just zum 70. Thronjubiläum könnten sie die Klingen kreuzen – wie in Monty Pythons „Die Ritter der Kokosnuss“. Oder im Film „Spencer“. Rhetorisch, versteht sich. Nicht mit dem Bihänder oder gar Excalibur. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.01.2022)